Artikel von Gudrun D. Gundersen

Gudrun Elisabeth Deterding Gundersen

geboren 1949 in Duisburg, als Tochter von Dr. Ernst Deterding und seiner Frau Ingeborg, die 12 Kinder hatten.

Als Waldorfschülerin gestaltete sie im Verlauf der 12. Klasse-Jahresarbeit einen Bildfries über das Märchen "Der Eisenhans".

Schon früh begann Gudrun auch Gedichte zu schreiben.

Nach dem Abitur heiratete sie den dänischen Studienrat Gustav Stentoft Gundersen, der Musiklehrer in Vejle (DK), Wien (A) und Oslo (N) an der Waldorfschule wurde. 

Nach dem Eurythmiestudium in Den Haag und Wien zog das Künstlerpaar nach Oslo, wo sie drei Kinder bekamen. Der frühe Tod ihres Mannes machte eine zweite Verbindung möglich, die mit dem verwitweten Freund ihres Mannes, Luciano Marsi und seinen zwei Söhnen, viel Leben und noch ein weiteres eigenes Kind ins Haus brachte. 33 Jahre blieb sie in Norwegen.

Intensives Studium der Anthroposophie und das Gestalten von Eurythmiekursen für Erwachsene, sowie das Schreiben von vielen Artikeln kulminieren nun seit ihrem 70. Jahr in der Gestaltung von den "Sophia-Büchern".

Zur Zeit lebt Gudrun am Bodensee und schreibt.




Rezension:


Welche Freude, Dantes „Göttliche Komödie“ so märchenhaft und eurythmisch wahr durchgestaltet zu sehen – nach langer Corona-Durststrecke.

 Im Festsaal der Waldorfschule in Überlingen durften wir am 25. März 2022 das „Ensemble Lichteurythmie“ – aus Arlesheim und Dornach erleben. Wichtige Stationen des Ganges von Dantes Seele nach dem Tode wurden durch den Schauspieler Martin Lunz während des ganzen Geschehens souverän gespielt und gesprochen. Das Eurythmie -Ensemble wandelte sich in all die Wesen, denen er auf seinem Weg durch die Hölle, dem Berg der Reinigung und dem Paradiso begegnete. Da waren die drei Tiere, die wir aus dem roten Fenster im Goetheanum und  aus der „Michaelschule“ kennen. Da kamen schreckliche Wesen – und gute.

Durch die eurythmische Darstellung kamen gerade die Wesen Nicht-Irdischer-Art zum Leben und wurden treffsicher begleitet von sinnvollen Masken bei der Darstellung von Wesen aus der Unterwelt; für die Wesen der himmlischen Regionen kamen die Eurythmisten mit zart verschleiertem Gesicht, was ganz der Situation der Wahrnehmung im Paradiso entspricht. Dort entfaltete sich die kosmische Eurythmie zu ihrem Höhepunkt, durch „Regenbogen“, „Ewiges Licht“ und „Eintritt in die Sonne“. Die sieben Eurythmisten: Beata Dessecker, Katja Pfaehler, Maria Radiushina, Julia Rakowska-Göggel, Riho Peter-Iwamatsu, Kouji Hanaoka, Hans-Peter Strumm und Thomas Sutter haben hier gezeigt, wozu die Eurythmie in der Bühnenkunst am besten zu gebrauchen ist. – Viele der Themen, die Rudolf Steiner in Vorträgen über das Leben nach dem Tode aufgezeigt hat, kamen in dieser Dante-Aufführung in verdichteter Version und essenzieller Aussagekraft zum Erleben durch die gute professionelle Einstudierung von Sieglinde Lehnhardt und Hans-Peter Strumm.

Die Lichteurythmie von Sylvia Sutter mit dem in Pflanzenfarben gemalten Bühnenvorhang von Elisa Dudinsky ließen das farbige Licht wunderbar erstrahlen und schufen so immer neue Lichträume der verschiedenen Kreise des Unterirdischen und des Überirdischen. Diese Lichteurythmie wurde so zu einem wichtigen Teil der ganzen Aufführung. Die modern-schildernde Musik von Riho Peter-Iwamatsu gestaltete die Übergänge zu den unterschiedlichen Reichen und deren Wesen, welche alle differenzierte Stimmen bekamen durch die treffende Sprachgestaltung von Karin Croll. Am Piano spielte einfühlsam der Pianist Miguel Pisonero Rivero, der zuvor auch Beethovens Pathetique Sonate zur Ton-Eurythmie im ersten Teil des Abends spielte.

Eine gelungene Abendaufführung, die das Ensemble Lichteurythmie noch zu vielen anthroposophischen Gruppen und Waldorfschulen bringen sollte, denn dieses Thema: den Weg der Seele nach dem Tode ist DAS  HAUPTTHEMA heute – denn hinter jeder Angst sitzt gerade die Unwissenheit über dasjenige, was uns Menschen begegnen wird im Leben nach dem Tode. In dieser künstlerischen und harmonisch gestalteten Form und Worten Dantes, die mit den Grundzügen der Anthroposophie übereinstimmen, kann  dieses Thema auch Schülern und Eltern in dieser Weltsituation weiterhelfen.

Möge dieses Ensemble Lichteurythmie noch von vielen Menschen gesehen werden, um dieses Werk Dantes mit dem ewigen Thema: den Weg der Seele nach dem Tode, zugänglich zu machen. (Licht@eurythmie.com )

Owingen, 27.3.2022, Gudrun D. Gundersen

gdgundersen@gmail.com

www.gudrun-gundersen.de


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Was ist die Ursache für die sogenannte

Vertauschung von Venus und Merkur


In dem Vortragswerk Rudolf Steiners gibt es zwei unterschiedliche Reihenfolgen der Planeten Merkur und Venus im Verhältnis zur Sonne.

Man muss dabei unterscheiden, dass es 1. eine astronomische Reihenfolge der Planeten gibt: Erde, Mond, Venus, Merkur, Sonne, Mars, Jupiter und Saturn, die hauptsächlich die räumlich, messbaren Stellungen der Himmelskörper darstellt und heute allgemein in der Astronomie gebraucht wird. Hierbei ist die Sonne als der Mittelpunkt unseres Planetensystems zu denken und man benennt den Planeten, der der Sonne am nächsten ist, als „Merkur“.

Und es gibt 2. die esoterische Reihenfolge der Planeten, die sich auf die hierarchische Ordnung der WESEN und das Wirken der Hierarchien bezieht, das sich in den von Rudolf Steiner erschauten und beschriebenen genau gegliederten SPHÄREN abspielt, deren äußerster Punkt jeweils von der Planetenbahn abgegrenzt sich darstellt. Hierbei ist die Erde der Mittelpunkt und die Wirkens-Sphären der Hierarchien bilden sich in kugeligen Formen um sie herum. Diese Reihenfolge ist: Erde mit ihren Elementen und der Luft-Licht-Sphären als Mitte, um sie zunächst die Mondensphäre, dann die Merkursphäre, gefolgt von der Venussphäre, die so also direkt an die Sonnensphäre anschließt. Im außersonnigen Bereich befinden sich die Marssphäre, die Jupitersphäre und die Saturnsphäre. Diese Reihenfolge entspricht der hierarchischen Wirkens- und Reihenfolge der dort beheimateten Wesen, wie sie in den meisten Darstellungen der Planeten bei Rudolf Steiner und auch in der esoterischen 12. und 13. Stunde der „Michaelschule“ auftaucht.

Der Unterschied zwischen der astronomischen und der esoterischen Reihenfolge wird von Rudolf Steiner bezeichnet als die sogenannte „Vertauschung von den Namen Venus und Merkur“.

In der Michaelschule gehen wir einen esoterischen Weg und verwenden daher diese esoterische Reihenfolge der Hierarchien, die Rudolf Steiner geistig erschauen konnte und die z. B. auch in den „Zwölf Stimmungen“ deutlich zum Ausdruck kommt. Diese Konstellation stellt Rudolf Steiner auch im „Blauen Fenster, Süd“ dar und ist näher beschrieben in „Die farbigen Fenster des Goetheanum“[1]. Diese spezielle Konstellation ist ein genauer Hinweis für Geistig-Selbst-Schauende, unter welchen Bedingungen Rudolf Steiner diese hierarchischen Wirkens-Sphären deutlich unterschieden bereits früh geistig erschauen konnte.

Wenn man dieses Thema gründlich vertiefen möchte, kann man dies zum Beispiel tun in dem ausführlichen Artikel von: Ute Söffker-Ziolkowski „Über die okkulte Merkur-Venus Vertauschung“[2]. Dort findet man auch all die Zitate und Buchangaben aus Rudolf Steiners Werk diesbezüglich.

Aus den Beschreibungen Rudolf Steiners über die Entwicklung der Seele des Menschen in Sieben-Jahres-Rhythmen ist uns diese Reihenfolge auch wohlbekannt. Und wenn das Leben der Seele nach dem Tode geschildert wird, so finden wir diese esoterische Reihenfolge immer angewandt. Gemeinsam haben die esoterischen Reihenfolgen, dass sie sich auf das Seelisch-Geistige des Menschen und des Kosmos beziehen. Und so, wie der Mensch am Tage voll inkarniert ist, in der Nacht aber seinen physischen und ätherischen Leib im Bett liegen lässt – bewacht von unseren geistigen Helfern - und rein seelisch-geistig unterwegs ist, genauso wird die physisch-ätherische Reihenfolge der Planeten angewandt, wenn es sich um Schilderungen der Pflanzenwelt und der Metalle handelt.

Es ist erstaunlich, wie Rudolf Steiner sogar in der „Satire“ – über die „Zwölf Stimmungen“  einen Bewusstseins-Akzent setzt, indem „zu berücksichtigen ist, dass jede zweite Verszeile der zwölf Strophen dem Planeten Merkur und die dritte dementsprechend dem Planeten Venus zugeordnet ist. Rudolf Steiner bemerkte dazu: „Dass hier Merkur der zweite ist, merkt man daran, dass der zweite immer der Frechste ist.“ Merkur und Venus wechseln nur die Reihenfolge, nicht die Plätze.“ [3] Also, die WESEN- (Eurythmisten) bleiben in der geistig realen Reihenfolge, aber für das irdisch-physische Ohr erklingt die astronomische Reihenfolge. – Man muss hierbei wirklich alle Angaben genau kennen und bewusst durchdrungen haben, um diesen Aufwecker zu erleben!

Es ist gut, sich diese esoterische Reihenfolge der Planeten mit der Erde als Mittelpunkt mal selbst aufzuzeichnen, damit sich dieses seelisch-geistig richtige Bild in das eigene Wesen einprägen kann, denn dieses bildet die innere Himmelskarte mit der wir uns im Nachtodlichen zurecht finden können und wozu diese besinnliche „Feier der Jakobsleiter“ und vor allem die „Michaelschule“ entwickelt wurde.

Owingen, 26.02.2022, Gudrun D. Gundersen


[1] Gudrun D. Gundersen: „Die farbigen Fenster des Goetheanum“, Verlag Ch. Möllmann, Padaborn

[2] Ute Söffker-Ziolkowski[2], 7/2011 „Über die okkulte Merkur-Venus Vertauschung“, Schwäbisch Gmünd, den 29.7. 2011

[3] Rudolf Steiner: „Die Entstehung und Entwicklung der Eurythmie“, Seite 73, Dornach 24. August 1915, GA 277a


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Liebe Freunde, bitte helft mir, diesen Brief an viele Redaktionen des
Landes zu versenden! Und an Freunde per Mail.
LESERBRIEF

An die Mitbürger dieses Landes

Liebe selbstständig denkende Mitmenschen!

Es wird in den Medien zu wenig berichtet von den HINTERGRÜNDEN, WARUM
sich viele ältere und auch jüngere Menschen NICHT impfen lassen wollen.
Diese Menschen werden einfach nur als QUEER-Denker oder ESOTERIKER
eingestuft - oder sogar als Rechts-Extrem, ohne dass man hinterfrägt,
WAS diese oftmals unterschiedlichsten Gründe ausmachen, der doch
erwachsenen und oftmals hoch gebildeten und sehr unterschiedlichen
Menschen, die trotz aller Kampanjen sich NICHT impfen lassen wollen.

Jeder selbstständig Denkende, muss sich doch eigentlich fragen, WARUM
ausgerechnet ein gut Teil des  PFLEGEPERSONALs und ÄRZTE sich NICHT
impfen lassen wollen - überigens auch viele LEHRER und andere
Universitäts-Ausgebildete. Die meisten davon sind Verantwortung tragende
Menschen, denen wir alle unser Leben sonst anvertrauen - und nun
plötzlich sollen sie UNMÜNDIG gemacht werden, weil der Staat vermeint es
besser zu wissen als das Fachpersonal selbst, das täglich mit den
sinnvollen Regeln des Abstandhaltens und der Maskenpflicht in
pandemischer Situation umgeht. Nun soll das plötzlich nicht genug sein!
- WAS IST DAS FÜR EINE HALTUNG gegenüber der geistigen Elite desVolkes?

Die MATERIALISTISCHE Weltanschauung, die in Politik und Medienwelt
vorherrschend ist, kann sich nicht vorstellen, dass der Mensch aus Mehr:
als nur Knochen, Muskeln, Nerven, Blut und Organen besteht.
 So aber denken nicht alle Menschen!!!
WARUM gibt es keine GEDANKEN-FREIHEIT mehr für den Geist?
WARUM gibt es keine GLAUBENS-FREIHEIT mehr für die Seele?
WARUM will man das Volk der Denker und Dichter durch einschränkende
GESETZE amputieren, denn vor dem Gesetzt - und NUR VOR DEM GESETZ allein
soll die GLEICHHEIT gelten!!!

Es lebe die VIELFALT propagiert man, um Zuwanderung und fremde
Glaubensrichtungen zu integieren, aber an eine WEITER-ENTWICKLUNG der
Gedanken in einem Volke und daraus entstehende neue Handlungsmuster, die
für die Welt NOT-wendig sind, glaubt man nicht und lässt diese Seite der
Information an die Bürger STRÄFLICH unter den Tisch fallen. Hierliegt
der Anklagepunkt gegenüber den öffentlichen Medien!

In eine neue Zeit gehen wir durch die Entwicklung des IT und es braucht
wahrlich spiritueller Denk-Ansätze, und nicht nur materialistische
Gesichtspunkte von "immer mehr und immer größer", um die Welt zueinem
freidlichen Ort zu machen, in dem alle Menschen frei denken, frei
glauben und sich brüderlich-schwesterlich verhalten und die begrenzten
Resursen der Erde verwalten lernen.

In diesem Sinne:
Es lebe die Freiheit des Geisteslebens,
es lebe die Vielfalt des Glaubens
und es lebe die sinnvolle Gesetzesgebung, die beides schützt und
das wirtschaftliche Miteinander gesetzlich ordnet und stützt!

Hochachtungsvoll
Gudrun D. Gundersen
Owingen, 11.02.2022


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Lebt etwas von uns Menschen tatsächlich weiter nach dem

Tod des physischen Leibes?

 

Obige Frage stellen immer wieder die Menschen heute.

Eine kurze Gedankenfolge möge dazu Denkanstoß sein, dieses Thema auch selber weiter zu bewegen. Hier mein Versuch, kurz und einfach den Sachverhalt darzustellen; dazu vergleichen wir vier Situationen:

 

In einem ersten Bett liegt ein Verstorbener, er atmet nicht mehr, sein Leib beginnt zu verfallen. Das innere Wesen dieses Menschen ist nicht mehr zu erreichen durch die Sinne seines Leibes, da dieser Leib tot ist. Wo ist er hin, der noch vorher stöhnte vor Schmerzen und doch ein liebes Lächeln auf den Lippen hatte?


In einem zweiten Bett liegt ein schlafender Mensch. Er atmet regelmäßig, die Säfte und das Blut in seinem Leib zirkulieren und bauen den Leib auf, der sich über Tag abgemüht hat durch z.B. schwere Gartenarbeit. Außer dem physischen Leib erleben wir an ihm das Lebendige, das Leben-Schaffende Prinzip, das wirksam den ganzen physischen Leib durchströmt. Dieses Lebensprinzip wird Ätherleib genannt und arbeitet Tag und Nacht daran unseren physischen Leib am Leben zu erhalten – bis zum Moment des physischen Todes des Leibes. Tritt dieser Moment ein, so verlässt auch der Ätherleib den nun toten physisch-mineralischen Leib und kehrt zurück zum Weltenäther, der die ganze Erde umströmt und jegliches Wachstum aller lebendigen Wesen der Natur belebt und erhält. Auf der Entwicklungsstufe ähnlich einer Pflanze zeigt sich hier unser belebter Leib und Ätherleib. Die Ätherkräfte sterben nicht, sie verbinden sich mit neuen Keimen, die belebt werden können, sobald der vorherige Wirt, der physische Leib eines Menschen, gestorben ist.


In einem dritten Bett wacht gerade ein Kind auf. Es springt auf und freut sich über die Sonnenstrahlen, die ins Zimmer scheinen. Es erinnert sich, dass heute sein Geburtstag ist und freut sich voller Erwartung. Hier herrscht das seelisch-astrale Prinzip so stark vor, dass es den physischen Leib und den Ätherleib einfach mitnimmt und vor Freude hüpfen und springen lässt. In Freud und Leid, in Lust und Schmerz offenbart sich das dritte Prinzip im Menschen, die Seele. Mit all den höher entwickelten Tieren teilen wir diese Fähigkeiten der Seele Schmerz und Freude zu erleben und ausdrücken zu können. Im Schlafe war die Seele, auch Astralleib genannt, außerhalb des physischen Leibes in der astralen Welt – wo wir unbewusst oder nur träumend wahrnehmen können, von wo wir aber eben unsere Träume morgens mitbringen. Es ist diese astrale Welt eine seelische Bilderwelt, die keinen festen physischen Stoff mehr hat, aber genauso existiert, wie die Luft. Doch der Mensch besitzt noch mehr:


Auf dem vierten Bett sitzt ein alter Mensch und denkt nach. Er erinnert sich all der vielen Geburtstage in seinem eigenen Leben und freut sich mit dem Kind neben an, legt ihm segnend die Hand aufs Haupt und erteilt Kraft seines Geistigen Wesens, Kraft seines ICH einen Segen. Dieser kann so die Möglichkeit vorbereiten und verstärken, dass das menschliche Prinzip des ICH in den später einmal Erwachsen-Werdenden einziehen möge. Er bittet die Engel um Hilfe, dass sich dieses Kind später in seinem Leben immer erinnern möge, dass seine Geist-Seele aus himmlischen Bereichen stammt und seelisch-geistiger Natur ist. Eine jegliche Geist-Seele stammt aus Gottes Haus. Jede Nacht geleiten die Boten des Himmels die Geist-Seele hinauf, die sich an ihren Ursprung erinnert und jeden Morgen wird sie wieder in seinen diesmaligen atmenden, lebenden Leib auf Erden geleitet. Mögen recht viele Menschen diese Kraft des Segnens wieder in sich entdecken und den jüngeren Menschen so beschenken.

 Dieser alte Mensch hat in seinem Leben in seinem Ich viel nachgedacht und tiefe Einsichten erhalten über das eigentliche Wesen, das innere, seelisch-geistige Wesen des Menschen. Er hat im langen Leben geprüft, was der Geistesforscher Rudolf Steiner berichtet hat über die vierfältige Natur des Menschen und auch über das Leben der Geist-Seele nach dem Tode. Zum bewussteren Erfassen des eigenen ewigen Wesens, braucht der Mensch ein ruhiges betrachtendes Denken, das gleichzeitig offen und beweglich sein sollte. Solch lebendiges Denken macht uns verständlich, dass wir jede Nacht, wenn wir in Schlaf versinken, bereits den “kleinen Tod“, wie der Schlaf auch genannt wird, durchleben. Es braucht uns so keine Besorgnis über den physischen Tod zu kommen, denn das Wissen von der vierfältigen Natur des Menschen hilft uns – und das Wissen, dass der physische Tod des Leibes nur den physischen Leib selber betrifft – und nicht all die anderen drei Anteile unseres Wesens.

            Beim Einschlafen verlassen wir den physischen Leib und den Ätherleib. Sie bleiben im Bett liegen. Und unsere Seele und unser Ich ziehen sich da heraus und sind – nur unbewusst – an dem Orte, an dem wir auch nach dem endgültigen Verlassen des Leibes im Todesmomente hingelangen. Wir befinden uns dann in der niederen Astralwelt, auch Niederes Devachan genannt.

            Nach dem Tod des physischen Leibes, zieht also der Lebens- oder Ätherleib zurück in den Weltenäther. Die Seele und der Geistanteil sind die ersten Tage noch nahe bei dem nun verstorbenen Leib und erleben all das, was da um diesen herum geschieht. Gar manche müssen sich erst daran gewöhnen, nun auf ihren verstorbenen Leib von außen zu blicken und die Beschäftigung zu Lebzeiten mit diesem so wichtigen Thema des Lebens nach dem Tode, kann eine sehr große Hilfe nach dem Todesaugenblick sein. Es kann wie eine gut studierte Landkarte dem Verstorbenen nun weisen, was alles auf ihn zukommt. Hat man zu Lebzeiten nicht genügend vorgesorgt, kann es wie ein taumelndes Suchen und sich zurecht zu finden in ganz neuen Umgebungen und Situationen sein. Denn es ist ja nur der physische Leib der stirbt und die anderen Wesensglieder leben weiter – nur in unterschiedlichen Formen. Und von diesen unterschiedlichen Reichen ein Bild bereits zu haben, kann sehr hilfreich sein.


Während der Ätherleib gerade erst noch befreit ist und noch nicht ganz im Weltenäther aufgenommen ist, breitet er das ganze Leben des Verstorbenen bildlich wie einen rückwärtsspielenden Film vor diesen aus, denn alle Erinnerungen haben sich abgespeichert in dem Ätherleib und dieser gibt diese ganzen Bilder nun frei. Diese Rückerinnerung beginnt mit dem Todesaugenblick geht weiter zum Tag davor und dem Tag davor und so bis hin zum Tag der Geburt und zur Empfängnis, so rückwärtsgewandt geht dieses Erleben. Das ist die erste große Rückschau des Verstorbenen, die ca. die ersten drei Tage lang nach dem Todesaugenblicke währt.. Danach wird der Ätherleib nun aufgenommen von der Ätherwelt der Erde.


Anschließend kommt der Mensch in das sogenannte Kamaloka – die Kirchen gebrauchen den Ausdruck: Fegefeuer. Das Niedere Devachan, die niedere Seelenwelt, in der wir auch während des Schlafes sind, wird nun für eine mehr oder weniger lange Zeit unser Aufenthaltsort. Dort wird alles Unreine und Unschöne unserer Taten bearbeitet und gereinigt. Wir schauen uns selber zu, - wie durch die Augen unseres Schutzengels, welche Taten wir im Leben getan und erleben diesmal nicht unseren persönlichen Standpunkt im Geschehen, sondern den des Gegenüber. Haben wir jemandem Gutes getan, so erleben wir das nun als Geschenk, haben wir Schlechtes getan, so erleben wir es aus der Sicht des Opfers und entsprechend entsteht in uns ein schmerzliches Bewusstsein von der Wirkung unserer unguten Taten. Diese Wirkungen werden dann im Einvernehmen mit höheren hierarchischen Wesen zu Ausgleichstaten gegenüber unseren Opfern ausgestaltet für ein kommendes zukünftiges Leben. Normal ist, dass der Aufenthalt im niederen Devachan ungefähr 1/3 der Lebenszeit des Verstorbenen ausmacht – gerade ungefähr so lang, wie er sich in den Schlafenszeiten im Niederen Devachan aufgehalten hat. Hat jedoch die Geist-Seele sich sehr tief verstrickt und ist in Abhängigkeiten und Süchten hängen geblieben, so dauert die Reinigungszeit entsprechend länger – und kann sich sehr schmerzhaft bemerkbar machen, denn dort fehlt einem der Leib, der normaler Weise im Leben die Sucht hat stillen können. Nun hingegen ist keine Stillung jeglicher Sucht möglich. Man leidet den Entzug so lange, bis endlich der Wunsch in der Geist-Seele entsteht, sich doch auch ohne die Befriedigung wohl zu fühlen und sich endlich helfen zu lassen und sich ganz davon zu befreien zu wollen.


So gereinigt kann dann die Geist-Seele verschiedene weitere Stufen der Himmel erforschen, den Planeten-Sphären entsprechend. Sie steigt auf zum Höheren Devachan, wo das Ich der Menschen in die Sonnen-Hierarchie aufgenommen wird. Und je mehr ein Mensch auf Erde das Paulus-Wort in sich lebendig gemacht hat: „Nicht ich, sondern Christus in mir“, umso strahlender und heller wird sein Geistwesen nun und kann das Licht und die Liebe erleben und aufnehmen, die ihn nun einhüllen. Für andere hingegen, die nichts von demjenigen wissen, was möglich ist zu erleben und die sich nicht in irgend einer Weise vorbereitet haben, kann alles dieses wie eine Dunkelheit und Kälte wirken. Die Vorbereitung auf den wichtigsten Augenblick des Lebens, auf den Übergang über die Schwelle in die nachtodliche geistige Welt, gehört zu den vornehmsten Aufgaben der Menschheit. Jede wahre Einweihung hat gerade das zum Ziel:  innere Kraft und Richtlinien zu bilden, für den nachtodlichen Weg im Geistesreiche.


Will man Genaueres erfahren, so gibt es zahlreiche Vorträge von Rudolf Steiner über das Thema „Das Leben nach dem Tode“. Auch findet man eine sehr genaue Darstellung dieser Zusammenhänge in seinem grundlegenden Buch: „Die Geheimwissenschaft im Umriss“. Inzwischen gibt es auch zahlreiche Berichte über Nahtoderlebnisse z.B. von Kübler-Ross, Moody, oder Dr. Eben Alexander, die vor allem die ersten Phasen nach dem Todesaugenblick umfassen, während Rudolf Steiners Berichte weit darüber hinaus wegweisend sind.

Dieser kleine Bericht kann nur eine Starthilfe sein, sich mit dem wichtigsten Thema des Menschen SELBER zu befassen und näher zu studieren.


In der sogenannten „Jakobsleiter“, einer Feier, die das Leben nach dem Tode in Rudolf Steiners Worten darstellt, kann man in lebendiger Weise sich einleben in die verschiedenen planetarischen Bereiche, die die Seele im Nachtodlichen durchschreitet. Die Texte dieser Feier findet man abgedruckt als Anhang im Buch: "Von den Quellen der kosmischen Eurythmie" von Gudrun D. Gundersen. Jedes Jahr wird diese Feier z.B. im November Überlingen gefeiert. Weitere Information dazu bei: Gudrun Gundersen, gudrun.gundersen(AT)gmx.net

 

 

 

Erdenmutter, Menschenwille, Geistestriebe und Selbstgefühl


Natur, Dein mütterliches Sein

Ich trage es in meinem Willens-Wesen

Und meines Willens Feuermacht,

Sie stählet meines Geistes Triebe,

Dass sie gebären Selbstgefühl,

Zu tragen mich in mir.

Michaeli-Wochenspruch von Rudolf Steiner

 

Möge dieser Spruch wie ein Thema unsere Erden-Feier durchziehen.


Der Natur, unserer Erdenmutter wollen wir Dankbarkeit erweisen, sie im Bewusstsein tragen und durch dieses Bewusstsein erkennen, dass unser unbewusstes Willensleben stark unter ihrem Einfluss steht. Die Mutter Natur lebt in unserem Willen und gibt uns Lebenskräfte. Sie durchfeuert uns mit Blutes Wärme in allen Tätigkeiten des Leibes. Diese Feuerkraft kann aber auch gebraucht werden, um die Geistes Triebe zu stählen. In Stahl verwandelt sich das Eisen, wenn es durch wechselnde Prozesse des Erglühens durch Feuer und des Abkühlens durch Wasser und kräftig geschmiedet, gehämmert, bearbeitet und verändert wird.

            So verwandelt kann diese Feuerkraft des Willens zum Stählen der Geistes Triebe verwendet werden, kann das geronnene Licht, was unser Denken ist,  beleben und so kräftig werden lassen, dass es als Selbstgefühl bis in unser Herz einziehen kann. Aus diesem befeuertem Willen und den durchlichteten Gedanken gebiert sich ein Gefühl des Selbst. Und dieses Gefühl vom eigenen Selbst wird durch wiederholtes willenshafte Eintauchen und wiederholtes durchlichtendes Denken gestärkt. Dieses Gefühl kann sich so sehr verstärken, dass sogar unser alltägliches Ich sich als getragen fühlt von seinem höheren ewigen Wesenskern.

            Und dieser ewige Wesenskern von uns Menschen erfreut sich, dass endlich aus der Erdentiefe dies Menschenwesen sich erinnert seines eigenen ewigen Wesens aus dem Geiste. Spricht die Menschenseele voller Inbrunst diese Michael-Zeilen des Wochenspruches, so lebt in diesem Menschenwesen seine Erdenaufgabe auf: die Verbindung wieder herzustellen zwischen dem Ewigen Selbst, dem Geiste und dem noch auf Erden inkarnierten Menschen und seiner Willens-Verbindung zur Erdenmutter. Der Mensch wird nun zum Vermittler zwischen Erdenmutter und Himmelsvater weil er ein durchfeuertes und durchlichtetes Gefühl entwickelt hat, das ihn voll Freude diese Gottes-Kind-Aufgabe übernehmen lässt, sich Eins-zu-Fühlen mit Welt und Kosmos.

            Ein wahrhaft neuer Mensch ist so entstanden, der neue Moralität lebt, weil er sich eins fühlt und daraus die umfassende Verantwortung entsteht zum rechten Handeln gegenüber Erde und Himmel.

                                                                       Betrachtung von Gudrun Gundersen, 2017


Hier nochmals der Michaeli-Wochenspruch:

Natur, Dein mütterliches Sein

Ich trage es in meinem Willens-Wesen

Und meines Willens Feuermacht,

Sie stählet meines Geistes Triebe,

Dass sie gebären Selbstgefühl,

Zu tragen mich in mir.

 

 

Die Vierte und höhere Dimensionen

Welche Aspekte der Eurythmie werden durch die Dimensionen greifbar?


Gudrun Gundersen

 In vielen heutigen esoterischen Büchern ist von den verschiedenen Dimensionen die Rede. Auffallend ist, dass die vierte Dimension oftmals nur als eine Art Übergang von der dritten zur fünften Dimension angesehen wird und eigentlich überhaupt nicht  genauer beschrieben wird. Im Folgenden habe ich zusammen gesammelt, was mir an Charakteristika für die verschiedenen Dimensionen bekannt ist, wobei der Schwerpunkt auf der vierten Dimension liegt.

 

Die dritte Dimension:

Unser normales, heutiges Verstehen der Welt, die in Raum und Zeit existiert, wird durch Maß und Zahl definiert. Dieses bewirkt das Gefühl des Getrenntseins von der Umgebung, denn man lebt noch ganz in der dualen Vorstellung von: ich bin in mir -und da draußen ist die Welt, die ich untersuche, die fest ist.

Meine Gedanken stoßen überall an physische Grenzen der physischen Welt und bilden sich so einen festen Raum, den man „materialistisches Weltbild“ benennt.

Die Architektur als Raumkunst auf der Erde wird hier erlebt.

In der dritten Dimension taucht man voll in die physische Materie ein, geht in der MAJA auf.


Die vierte Dimension:

In diesen Bereich kommt man nur durch erhöhte Aufmerksamkeit und Ruhe.

Man verlässt das ganz fest zu scheinende materialistische Weltbild und begibt sich auf eine innere Forschungsreise. Dem Atem lauscht man, erlebt sein Ein- und Ausströmen, vernimmt vielleicht auch seinen Herzschlag, das Pulsieren des Blutes im Leibe. Man wird dabei bewegt wie eine Welle, kommt in ein harmonisches Auf – und Ab; man pendelt innerlich in der Zeit zwischen Vergangenheit und Zukunft und nähert sich dem Mittleren Zustand, dem Jetzt.

Das Strömende, Belebende, das auch genannt wird: das Eintauchen in die Ätherströme, das kommt zum Erlebnis. Ein immer wiederholendes Lebensprinzip offenbart sich.

Beim Eintauchen in die Elemente der Erde mit seinen Wasserströmen und den Luftströmen erlebt man die Korrespondenz mit den eigenen belebenden Strömen des Leibes.

Das Prinzip des Lebens offenbart sich so, ein Wachsen, Blühen, Fruchten und Vergehen in einem immer wiederkehrenden Zyklus – pflanzengleich, ein energetischer Bereich.

Die bewegte Plastik, die das Konkave und das Konvexe lebendig bearbeitet und gestaltet arbeitet in diesem Bereich. Dieses Grundprinzip des Lebendigen kann in allen Kunstformen – angeregt durch Rudolf Steiner- heute zu finden sein. Er hat die Kunst aus dem Nachmachenden des Physischen herausgeholt und mit neuen Leben schaffenden Impulsen begabt.

Die bewusste Unterscheidung des Physischen – vom Ätherischen Leibes ist hierdurch möglich und hat weitreichend Konsequenzen für neue Formen der medizinischen Behandlung und der Pädagogik.

Raummässig gedacht, so ist die 4. Dimension wieder ein zurückgehen in die zweite Dimension - aber eben auf der lebendigen, geistigen Ebene. So charakterisiert Rudolf Steiner diese.

In Rudolf Steiners Christologie ist das Christus-Prinzip in die inkarnierte Menschheit als Ich-Prinzip eingeflossen. Das bewusste Erfassen dieser Kraft gibt die Möglichkeit, die „Wiederkunft Christi im Ätherreich“ einmal erleben zu können. Das Siegel  des 2. Mysteriendrama von Rudolf Steiner weist darauf hin. Die neue Aufgabe des Ich-begabten Menschen ist sich diesen Lebenskräften der vierten Dimension liebevoll hinzuwenden.


Die fünfte Dimension:

Der innere Fokus kann sich nun ganz auf den Augenblick konzentrieren. Die Seele ist wie ein Neugeborenes und erstaunt in jedem Moment über das, was sich ihm bietet. Keine gedankliche Vorstellung stellt sich zwischen dem kindlich offenen ungetrübten Blick und lässt so zu, dass sich Wesenhaftes offenbaren kann in solchen Augenblicken. Ein dankbares Herz, ein froher Sinn, ein offenes Gemüt, sie sind die seelische Basis für dies gänzliche Gottvertrauen in die Welt, die als Spielplatz für Themen- Bearbeitungen und Erfahrungen-Ausleben, als gut und  einen liebend erlebt werden kann. Wir werden erinnert an Christi Hinweis, so zu werden wie die Kindlein, um ins Reich Gottes zu kommen.

Die Seele wird in neuer Weise geboren und erwacht. Wendet der bewusste Mensch diesen un-voreingenommenen Blick auf vermeintlich Bekanntes, kann ihm sich dieses in neuer Weise offenbaren.

Die Malerei mit ihrem Farbenfluss, der seelisch-astrales offenbart, fußt auf dieser Bandbreite von vierter und fünfter Dimension. Diese astrale Ebene hat sich befreit von ANGST und FURCHT, denn durch das Gebettet-Sein im Vertrauen, ist all die alte Angst aus den vielen Inkarnationen von einem gewichen. Man weiß um seine ewige Entelechie und fürchtet keinen Tod. Im Siegel des 3. Mysteriendrama von Rudolf Steiner wird diese Sonne in einem lebendig und zum kreisenden Sonnenkreuz, umgeben von all den Kräften des Umkreises, heilend.

Raummässig ist diese 5. Dimension auf den Punkt gekommen, dh. ist wieder Ein-Dimensional, sie ist seelisch-geistiger Natur geworden und bildet das Tor in die rein geistigen Welten.


Die sechste Dimension:

Hier ist bereits die bewusste Intuition des Ich, die tätig wird. Es ist das höhere Ich dasjenige, das einen nun führt. Eine bewusste Überschau und Differenzierung der geistigen Aspekte werden möglich.

Man wird Schaffender von dem, was benötigt wird und leidet unter keinem Mangel. Gelöst von der Materialität hat auch Hunger und Durst, Kälte und Wärme keinen Einfluss mehr auf die Geist-Seele. Eine bereits mentale Dimension, sichtbar im Siegel des 4. Mysteriendrama.

Die musikalische Kunst, bei der das Ich eintaucht in den Astralleib und ihn so harmonisiert und durchklingt, kann einen mit den entsprechend geformten  Klängen in diesen Bereich tragen.


Die siebte Dimension:

In der durchatmeten, durchgeistigten Sprache offenbart sich ein noch höheres geistiges Prinzip. All die voraus gegangenen Stufen sind Grundlage für diese Möglichkeit.

Dem schöpferische Wort-Prinzip und lichtvollen Ein-Sichten der geistigen Welt nähert man sich hier. Dichtung ist hier Ver-Dichtung aus geistigen Mitteilungen, so wie z.B. der Grundsteinspruch oder die Mantren der Klassenstunden von Rudolf Steiner.


Die achte Dimension:

Eine Ahnung kann das Bemühen der Eurythmischen Kunst davon geben.

Sie lebt ganz davon, aus dem Kosmos heraus entstanden zu sein.

Und dass der Ausführende all die angeführten Stufen durcharbeitet und sie in sich lebendig zu machen bemüht.

Ausgeführt vom physischen Leib, der die Ätherströme pulsierend erlebt, seelisch farbig geworden und vom Ich getragen, können die Hände das Singen und Klingen des menschlichen Herzens offenbaren und der Füße Wort antwortet mit Sinn-voller Form und Kraft, die aus den Sternbereichen das Wort erahnend offenbaren und sprechen lassen.


Der kosmische Ursprung der Eurythmie mit ihren Planetenbewegungen und den Tierkreisgesten, die Rudolf Steiner dieser jungen Tempel-Tanzkunst aus dem geistigen Schauen vermittelte,  bringen ganz neue Tiefen in die Vermittlung dessen, von was erzählt werden kann und wie es einen inniglich berühren möglich macht. Von Geistbereichen und Hierarchischem Wirken kann so Mitteilung gemacht werden und Ein-Sichten können so in der Seele unmittelbar entstehen.

„Eurythmie lebt als Quell im Kosmos,

der Mensch kann sie aus dem Umkreis ergreifen,

sie erscheint durch den Menschen in Dreiheiten,

als synästhetische KUNST![1]“     (Werner Barfod)


Die Eurythmie ist nicht nur eine alle Kunstarten umfassende, eine synästhetische Kunst, sondern – aus dem Herzen gesprochen – kann sie durchaus als kosmisch-sakrale Kunst benannt werden, denn wahrhaft in all den vielen Dimensionen ist jeweils ein Teilaspekten von ihr zu finden und weist doch dadurch den Weg in übersinnliche Bereiche unter Einbeziehung von den Elementen aller Kunstarten und der Geisteswissenschaft.

 Die geistige Welt selber hat eine ähnliche bewegte Gestensprache – für den Schauenden und eine Beschäftigung mit dieser „Sprache, in der das Weltenall durch die menschliche Bewegung spricht“[2], mit dieser Eurythmie, entwickelt den heute noch so fest verdichteten Menschen zu einem mehr durch-Sichtigen in vieler Hinsicht. Gerade auch die kontinuierliche Arbeit mit Laien kann diesen in der Entwicklung Impulse geben und Öffnungen schaffen, die sonst ungenutzt an diesen vorbei gingen, da diese Kunstform den ganzen Menschen ergreift vom physischen Leib bis hinauf zu den zukünftigen geistigen Wesensgliedern.

 

Es ist eigentlich unverständlich, warum so viele Eurythmisten, so wenig um Erwachsenen-Eurythmie-Unterricht gefragt werden, so dass sie in andere Berufe ausweichen müssen, um überleben zu können. Ein spirituell sich entwickeln wollender Mensch könnte als Wachstumshilfe diesen eurythmischen Einfluss gut gebrauchen, um selber ins bewegte Fließen zu kommen, um sich aus der dritten Dimension in weitere Dimensionen einleben zu können mit Hilfe dieser Kosmisch-Sakralen Eurythmie, die gerade auch  die vierte Dimension in ihren ätherischen Bewegungen und Strömungen zum Erlebnis bringen kann.


Ich sehe vor mir in der Zukunft den Platz der Eurythmie nicht auf dem allgemeinen Kunstmarkt, sondern die Eurythmie-Ausbildungen als Einweihungsschulen. Und ich sehe die Eurythmisten selbstverständlich mit den Inhalten der Michaelschule[3] umgehen, sich erinnernd an ihre vorgeburtlichen Entschlüsse, den spirituellen Weg durch die Kosmisch-Sakrale Kunst der Eurythmie zu gehen und auf lebendige Weise Helfer den suchenden Menschenseelen zu werden.

Gudrun D. Gundersen, Owingen, Michaeli 2017.

 

[1] Aus Beitrag von Werner Barfod in: „Rundbrief der Sektion für Eurythmie“ Nr. 67, Michaeli 2017

[2] Rudolf Steiner am 22. Januar 1922 in Mannheim. GA 277.

[3] Rudolf Steiner, „Der Meditationsweg der Michaelschule“, Perseus Verlag Basel

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Die kosmische Eurythmie, der kosmische Tanz der Planeten und des Tierkreises – warum ist das heute so wichtig für den Menschen?


–Bericht über den CHOREOCOSMOS; von Gudrun D. Gundersen


Immer wieder vergessen wir unseren Ursprung, unsere wahre Heimat, die in geistigen Bereichen durch geistige Wesen bewirkt worden ist und ständig noch von dort gehalten wird. Das Bewusstsein von der vielfachen Wesenheit des Menschen, der aus dem Göttlichen stammt, tragen wir Eurythmisten in jede Eurythmie-Stunde und geben unsere ganze Kraft dahinein. Nichts Zufälliges darf diese kostbaren Minuten rauben, sondern Verantwortung tragen wir, dass etwas von diesem ewige Wesen von uns immer wieder durchscheine – sei es in seinen seelischen Vokaläußerungen oder in den leibschaffenden konsonantischen Wirkungen, in seinen musikalischen Harmonien und Rhythmen oder sinnvollen Formen. Und so, wie in der wahren Meditation sich hinter dem meditierten Inhalt, wenn man es auslöscht, man als nächstes die Eigen-Aktivität anschaut, die man leistete, so erreicht man durch nochmaliges Auslöschen den wahren Ursprung, die geistigen Wesen, die uns denken und gleichzeitig dadurch schaffen, die durch all unser eurythmisches Tun durch uns hindurch wirken.
Das bewusste Mitwirken-Lassen dieser Wesen in unserem täglichen eurythmischen Schaffen gibt unserem Bemühen die Tiefe, die Rudolf Steiner in der Eurythmie sah. Im Laut-Eurythmie-Kurs GA 279, Seite 153 heißt es: „Damit haben wir die Möglichkeit, uns vorzustellen, dass wir in der Eurythmie dasjenige erneuern, was in den uralten Mysterien Tempeltanz war: die Nachahmung des Sternenreigens, die Nachahmung desjenigen, was durch Götter vom Himmel herunter zum Menschen gesprochen wurde… Und in den Konstellationen, die durch die Planeten entstehen, spricht der Himmel… und was da gesprochen wird, ist eigentlich Wesenheit des Menschen. Daher kein Wunder, dass durch menschliche Gesten und Bewegungsmöglichkeiten gerade ein Kosmisches ausgedrückt wird.“


Die Sophia-Weisheit über den Menschen, die Anthropos-Sophia, zeigt uns den Weg zu unserer ewigen Quelle. Nicht unbewusst hat Rudolf Steiner den Eurythmie-Kurs gleichzeitig gehalten zu den Klassenstunden der neu gegründeten Hochschule sondern gerade als die kosmischen Inhalte und die geistigen Wesenheiten selber zu Worte kommen. Nicht umsonst hat er ganz besonders auch dazu die Eurythmistinnen eingeladen, die noch nicht Mitglieder dieser Hochschule waren, denn als Eurythmist ist man tätig in diesen ewigen Regionen. Alle diese „Schwestern und Brüder“, wie er sie - und somit auch UNS! - nannte, sollten die Sophia-Weisheit erfahren dürfen, die eben gerade in verdichteter Form in den Klassen-Stunden gegeben werden. Diese esoterischen Stunden mit den verdichteten Mantren, sind gerade für uns Eurythmisten besonders aufschlussreich und ermöglichen eine wahre Vertiefung in und durch die Eurythmie. Ein jeder Eurythmist sollte selber diese Klassentexte1 zu Hause intensiv studieren, damit ein wirkliches Verständnis entstehen kann über die drei großen Bereiche im Menschen: das wahre Denken, das wahre Fühlen und das wahre Wollen, hinter dem genau bezeichnete unterschiedliche Wesen webend wirken. Der Eurythmie-Kurs mit den Klassenstundentexten zusammen gibt erst die ganze Weisheit über das Wesen des Menschen wie es in der Eurythmie sich offenbaren kann.
Dieses Vor-WORT war NOT-wendig, um den Ernst und die Tiefe zu verstehen, um die es geht, wenn wir täglich in dem Kampf um die Wahrheit über den Menschen uns einsetzen. Denn lebendiges Denken verändert abstraktes Philosophieren und nährt das Ewige im Menschen bis weit über den Tod hinaus. Jede, der Flachheit unseres normalen Lebens, abgerungenen Stunde, in der wir Eurythmie geben, darf als Tempeldienst am Wesen des Menschen erlebt werden und wahre, unvergängliche Nahrung ermöglicht man den Teilnehmern solcher Stunden.
Arbeitet man mit Jugendlichen in der Waldorfschule oder mit erwachsenen Laien, so gibt es eine Choreographie von Sternentänzen, CHOREOCOSMOS genannt, die Robert Powell entwickelt hat und die als eine Möglichkeit von vielen anderen, besonders den kosmischen Aspekt des Menschen in musikalischer Form nahebringt. Robert Powell beschreibt es so: „Eine universelle kosmische Sprache entsteht durch die CHOREOCOSMOS Eurythmie. Hier werden göttlich inspirierte klassische Musiken, die Harmonien der Sphären vermitteln und irdische Sprache durchwehen, in einer schönen und kraftvollen Weise, die Teilnehmer der verschiedenen Völker mit einander verbinden zu einer universellen menschlichen Gemeinschaft, während sie an den kosmischen Tänzen des CHOREOCOSMOS teilnehmen.“

Woraus besteht dieser CHOREOCOSMOS? Rudolf Steiners Angaben für die eurythmisch-kosmischen Bewegungen und Gebärden mit den entsprechenden Lauten werden zusammen gebracht mit dem Wissen über die Sterne, auch der Entstehung der Glyphen (Kurzzeichen für Planeten und Tierkreisbilder aus hellsichtiger Schau alter Zeit), und bilden Grundlage für die Entstehung von Formen, die wie aus den Sternbildern selber erlebt werden können. Farbige Skizzen sind entstanden aus dieser Arbeit worin man die konkreten Sterne des Sternzeichens sieht, durch die die Glyphe wie ein Strom fließt und wo man die CHOREOCOSMOS-Form den Laien zeigen kann, eingebettet in die konkreten Sternen des Sternbildes am Himmel. Und wie der Himmel sich rund um die Erde wölbt, so werden auch alle Tänze im Kreis gemeinsam gestaltet, der Kreis als Symbol für die neue Gemeinschaft der Zukunft.


Die „Zwölf Stimmungen“ von Rudolf Steiner sind hier das Urbild für die Arbeit Robert Powells. Zwölfmal ertönt die Siebenheit der Planeten, jeweils in anderer Farbe und Tonart. Entsprechend hat Robert Powell aus der Fülle der klassischen Musik einen Strauß von 12x7 Musiken gefunden, die diesen Themen entsprechen und so zu 84 eurythmisch-kosmischen Tänzen geworden sind. Vier CDs mit einem englischen Vorwort von Robert Powell selber ist gerade heraugekommen. Eine Seele und Geist anregende Möglichkeit ist hier entstanden – für Eurythmisten leicht zu erlernen zum Unterrichten; und von Laien immer wieder voller Hingabe und Dankbarkeit eurythmisiert – bis ins hohe Alter. Damit die Laien in Ruhe in eine Gebärde eintauchen können, sind die eurythmischen Formen jeweils kurz und werden – der musikalischen Einheit entsprechend – immer wiederholt das ganze Musikstück über, was eben im Tanz auch der Fall ist. Dieses Wiederholen der Bildung der Arm-Bewegung auf der Glyphen-Form, in der rechten Stimmung und Tonart des Musikstückes, das auf eine Konstellation hinweist, z.B. Sonne im Widder, lässt ungeahnte Kräfte im Laien erwachen und verwebt ihn wieder mit seiner Urheimat, dem Kosmos. „Durch den CHOREOCOSMOS werden Samen für die Zukunft der Erde und der Menschheit gesät… Die choreographischen Formen und die eurythmischen Gebärden bilden dem Ätherleib der Erde Keime ein, die in Harmonie stehen mit dem Prozess der Transformation der Erde in die Neue Erde der Zukunft.“

Diese Arbeit Robert Powells liegt in Buchform mit Zeichnungen und genauen Anweisungen vor: „Kosmischer Tanz der Planeten“ und „Kosmischer Tanz des Tierkreises“. CDs mit den ersten ausgesuchten klassischen Musikstücken gibt es auch dazu, in die man sich als Eurythmist zu Anfang mit Vorteil einarbeitet, bevor man an die nächste Stufe des CHOREOCOSMOS mit den 84 Kosmischen Tänzen herangeht. 


- In dem neuen Buch: "Von den Quellen der kosmischen Eurythmie" sind diese Inhalte auch bis ins Bildliche hinein dargestellt. -
An dieser Stelle möchte ist Robert Powell offiziell für seinen unermüdlichen Einsatz danken, die er in vielen Kursen und Tagungen in Europa, Amerika und Australien gegeben hat. Zur Rundung seines 70. Lebensjahres möchte ich ihm hier im Namen von Eurythmisten danken für seine Bereicherung, die er durch seine Arbeit der Eurythmie und für die Arbeit mit Laien gegeben hat. Auf eine Fülle von Forschungsergebnissen in Form von Büchern darf er zurückschauen. Sein neuer Fokus in der Eurythmie verbunden mit der Astrosophie ist auf Christus im Ätherreich gerichtet, die Forschung über das Leben des Christus im Zusammenhang mit den Sternen9, einer neuen „Astrosophie“10 den Zusammenhang der Sterne mit den Erdchakren11, und die wunderbare Weisheit über Sophia12, welches in Zusammenarbeit mit Estelle Isaacson herausgegeben worden ist – und vieles mehr!
So, wie der Arzt sein ganzes Wissen und Können für seine Patienten einbringt, so ist diese eurythmische Arbeit mit der Weisheit des kosmischen Ursprungs des Wesens des Menschen das Wichtige, woran wir einander immer wieder auf solchen Symposien erinnern sollten, wie es zum 8. Male – diesmal in Berlin – stattfand. Dank möchte ich an dieser Stelle an Andrea Heidekorn aussprechen, die mit viel Engagement alles abwechslungsreich und sicher durchgeführt hat. Sie spielte auch sehr einfühlsam auf dem Flügel den wunderschönen langsamen Satz der Mondscheinsonate, zu dem wir den kosmischen Tanz des Mondes gemeinsam gestalteten, bei dem wir uns besonders der Engelhierarchie verbunden wissen dürfen. Abgeschlossen habe ich die kleine

Kostprobe des CHOREOCOSMOS, mit dem Spruch von Rudolf Steiner, dem Gebet an den eigenen Engel. Die planetarische Sphäre des Mondes, die von der Erde bis zur Umlaufbahn des Mondes um die ganze Erde wie eine Hülle bildet, ist der Bereich, in dem unser Engel uns hinunter zur Erde geleitet und dort das Leben über begleitet und uns dann auch wieder hinaufführt.


Gebet an den Engel oder Genius


Du, mein himmlischer Freund, mein Engel,
Der Du mich zur Erde geleitet hast
Und mich geleiten wirst durch die Todespforte
In die Geistesheimat der Menschenseele,
Du, der Du die Wege kennst seit Jahrtausenden,
Lasse nicht ab, mich zu erhellen,
Mich zu durchkraften, mir zu raten,
Dass ich aus dem webenden Schicksalsfeuer
Als ein stärkeres Schicksalsgefäß hervorgehe
Und mich immer mehr erfüllen lerne
Mit dem Sinn der göttlichen Weltenziele.“
Rudolf Steiner


Mit nur wenigen Gebärden und einfachen Formen gestalte ich solche Gebete für die Laien als Kosmische Eurythmie. Z.B. auf die ganze Zeile „Der Du mich zur Erde geleitet hast“ macht man die „Mondgebärde“ und ¼ Lemniskate nach vorne. Bei der nächsten Zeile „EI“ für das „Geleiten“ und dann „Saturn“ Bewegung, dem „Tor des Todes“, auf dem zweitem ¼ der Lemniskate nach hinten, um den Todesprozess nach oben hinaus über den Kopf erlebbar zu machen im Gegensatz zu dem Geborenwerden unten vorne durch das „Tor des Lebens“ des Mondes. Dann weitet man sich in die „Löwe-Gebärde“ in den hinteren geistigen Bereich oben bei den Worten „In die Geistheimat der Menschenseele“ und vollendet die Lemniskate über hinten. Es wird das Wesentliche ergriffen und auch erklärt, was im kosmischen Sinne hinter den einzelnen Worten übergeordnet liegt, dann können sich die Laien in Ruhe vertieft einleben in die wenigen kosmischen und anderen Gebärden und so auch bewusst in den Inhalt einsteigen und bekommen somit kostbare Schätze mit auf den Weg in ihre Geistheimat durch jede Eurythmie-Stunde.
Owingen, 12.6.2016

1 "Der meditationsweg der Michaelschule", Rudolf Steiners esoterisches Vermächtnis, Perseus Verlag, Basel             

 2 Brief an die Freunde - auf Englisch von Robert Powell, Ostern 2016, www.sophiafoundation.org               

3 Farbige Skizzen (12+7) von Gudrun Gundersen zu den CHOREOCOSMOS-Tänzen der Eurythmie zu beziehen bei: gudrun.gundersen@gmx.net ......                       

 4 Introduktion und 4 CDs zu den 84 (12x7) Tänzen des CHOREOCOSMOS, am Flügel: Marcia Burchard:

 http://sophiafoundation.org/choreocosmos/cd-set-harminies-of-the-starry-spheres                                   

   5 aus dem gleichen Brief von Robert Powell, Ostern 2016.                                                                                   

  6 "Kosmischer Tanz der Planeten" Robert Powell - www.astronova.de                                                                       7 "Kosmischer Tanz des Tierkreises" Robert Powell, Institut für Astrosophie, 2005                                                      8 "Musik für die Planeten" und "Tierkreis Kosmischer Tanz" 2 CDs am Flügel Ludmila Lohbrunner-Gricenko, herausgegeben von www.gricenko.de                                                                                                                    9 "Chronik des lebendigen Christus", Verlag Urachhaus, Stuttgart 1998 - neue erweiterete Aufgage von IL-Verlag Basel.            

10 Hermetische Astrologie 1 und 2", Robert Powell, Urachhaus 2001 und "Die astrologische Revolution" www.astronova.de                       

11 "Astrogeographia", Robert Powell und David Bowden, www.astronova.de                                                            12 "Das Sophia Mysterium" von Robert Powell und Estelle Isaacson, IL-Verlag, Basel 2015                                                     

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Studie zu den inneren und äusseren Raumesrichtungen

zu den Angaben Rudolf Steiners zum Grundsteinspruch

zu den esoterischen Hinweisen der Klassenstunden

zu Hermann Lindes Bilderzyklus „Imaginationen“

Für die Eurythmisten, die den „Grundsteinspruch“ darstellen wollen, hat Rudolf Steiner genaue Angaben gemacht, aus welchen Raumesrichtungen die Elementargeister angerufen werden. Wenn Eurythmisten dieses Welten-Mantram, den Grundsteinspruch, für anthroposophische Mitglieder gestalten, so sollte auf der Bühne nach rechts gegangen werden, wenn der Osten erklingt, nach links, wenn der Westen angerufen wird, nach vorne, wenn der Norden ertönt und nach hinten, wenn der Süden angesprochen wird.

Alle Eurythmie- Formen Rudolf Steiners sind von ihm immer vom Betrachter aus gezeichnet, also für den Zuschauer, der die Formen und Richtungen IN SICH erlebt. Für ihn sieht es also umgekehrt aus, da sich Darsteller und Publikum frontal einander gegenüber befinden:

…“Das hören die Elementargeister in Ost (links), West (rechts), Nord (hinten) Süd (vorne) - / Menschen mögen es hören!“ Hierbei kann man sich vorstellen, dass der Zuschauer die Eurythmisten vor dem Menschheitsrepräsentanten sieht, der im Hintergrund der Bühne seinen Platz haben sollte und der jetzt durch diese Angabe der Raumesrichtungen – nach dem Brand des Ersten Goetheanum- für den Betrachter im SÜDEN steht. Die Wirkung von rechter und linker Seite[1], von vorne und hinten ist für den Betrachter sehr wesentlich, denn in esoterischen Zusammenhängen weisen die Raumesrichtungen auf Bedeutendes hin. Z.B. wird von Rudolf Steiner unsere linke Seite als von Luzifer dominiert beschrieben und die rechte Seite als von Ahriman beherrscht. Der Zuschauer identifiziert sich direkt mit diesen von ihm geschauten Raumesrichtungen, in die die Eurythmisten gehen und erlebt dabei, dass das Bühnengeschehen mit folgenden Tatsachen übereinstimmt:

Rudolf Steiner gibt an, dass Luzifer in der östlichen Welt und in der linken Seite des Menschen vorherrschend ist, Ahriman dagegen stärker in der westlichen Welt und entsprechend in der rechten Seite des Menschen wirkt. Der dem Zuschauer mehr oder weniger unbewusste Geistbereich liegt also dem entsprechend hinter ihm im Norden, dort, wo in alten Mysterien die Einzuweihenden saßen.                                               Der „Süden“ repräsentiert die Qualität der Liebe, der inneren und äußeren Schönheit im Gefühl, so wie der „Osten“ die Weisheit in den Gedanken vertritt und der „Westen“ die Kraft der Stärke im Willen. Im „Norden“ ist das noch Unfertige, das aus Einzelnem Zusammengesetzte beheimatet - positiv angeschaut das sich in Entwicklung Befindende: Dort hat der esoterische Schüler seinen Platz. In Goethes Märchen sitzt dort im „unterirdischen Tempel“ der zusammengesetzte König. Im „goldenen Tempel“ von Hermann Linde aber ist der Bildbetrachter, der Zuschauer an diesen Platz gerückt. Jeder Besucher des Ersten Goetheanum sollte durch die Betrachtung und Verinnerlichung seiner Formen zur Einweihung gelangen können. Und die Eurythmie bekommt hier ihren wahren Charakter als Tempeltanz, was ihr wirklicher Auftrag meiner Meinung nach ist.

Rudolf Steiner überbringt den Eurythmisten bereits ein Jahr nach dem Brand des physischen Ersten Goetheanum mit Hilfe dieser kleinen exakten Angabe zu den Raumesrichtungen eine große neue Botschaft: Der unvergängliche Grundstein in den Herzen der Menschen ist nicht mehr in die äußeren Raumesverhältnisse mit seinen Richtungen eingespannt, sondern verbindet sich ganz mit den Qualitäten eines inneren Tempels, an den sich heute jede Menschenseele erinnern könnte und den sie dann wieder in sich aufbauen kann. Und hierin liegt die NEU - Ausrichtung auf das Herz, das Gefühl, die Kraft des Südens im Menschen, die LIEBE, die unser innigster Auftrag auf Erden ist.

 

Die Raumesrichtungen in der esoterischen Arbeit

Gleichzeitig mit diesem kosmischen Grundsteinspruch entwickelt Rudolf Steiner vor seinen esoterischen Schülern und den Eurythmisten die 19 Klassenstunden[2] als einen Gemütsweg, der in mantrischer Form zum „Herzen-Lungen-Schlag“ des Menschen spricht. Und als er dann den großen Laut-Eurythmie-Kurs im Sommer 1924 gibt, ist er mit der Darstellung der Michaelschule inzwischen so weit, dass er uns sicherlich nicht unbewusst parallel zu den kosmischen Klassenstunden die revolutionierenden neuen kosmischen Gesten der Eurythmie schenkt. Mir ist keine andere gegenwärtige Tanzkunst oder Bewegungsform bekannt, die solch einen kosmischen Aspekt so dezidiert und differenziert lehrt. Uns Eurythmisten ist hier ein kostbares Gut anvertraut worden. Man kann anderswo Ansätze zu ätherischen Bewegungen finden, jedoch der kosmische Bereich der Eurythmie ist einzigartig. Viele der damaligen Eurythmisten waren selbstverständlich bei diesen Klassenstunden als Hochschulmitglieder anwesend oder wurden von Rudolf Steiner persönlich eingeladen teilzunehmen, so dass wir eigentlich doppelte Lehrstunden bekamen: diejenigen im Bewegungsbereich im Rahmen des Eurythmiekurses [3]– und die zugehörigen esoterischen Erklärungen und tieferen Ausgestaltungen in den Klassenstunden.

Schaut man genauer in den 10.Vortrag vom 7. Juli 1924 des Lauteurythmiekurses, so findet man für das hier Angesprochene den Titel: „Formen, die sich aus der Wesenheit des Menschen ergeben“; vergleicht damit z.B. die Themen der 16. Klassenstunde vom 28. Juni 1924, so sieht man den Gedanken der Entwicklung des Menschen als eine kommende zehnte Hierarchie hervorleuchten und in Bezug stehen zu dem Bemühen um die Erkenntnis der Wirkensbereiche der neun Hierarchien. In der 17. Klassenstunde, am 5. Juli – zwei Tage vor besagtem Eurythmievortrag und der ersten Demonstration der kosmischen Gebärden - geht es um die Frage, wie das Ich gereinigt werden kann und um die Erkenntnis, wie die Hierarchien in unserem Denken, Fühlen und Wollen leben und uns dabei helfen wollen, uns so zu schulen, dass wir fähig werden, von jenseits der Schwelle uns und die Welt schauen zu können. Und in der Klassenstunde vom 12. Juli dürfen wir teilhaben am himmlischen Gespräch und Austausch dieser hohen Wesen miteinander - wir können uns vorstellen, wie diese Wesen sich in kosmischer Gebärdensprache offenbaren und miteinander auf eben diese Art auch kommunizieren. – Ein sprechendes Sich-Bewegen in jeweils verschiedenem Duktus, entsprechend entweder der Planetensphäre oder dem Tierkreisbereich, aus denen diese Wesen gerade wirken.


Bisher gibt es nur wenig kosmisches Geschehen in unserem eurythmischen Alltag zu sehen, das auf diesem tiefen Hintergrund aufbaut. Robert Powell hat sich hier allerdings besonders verdient gemacht, indem er den „Kosmischen Tanz[4]“ entwickelte: Diese kosmischen Planeten-Bewegungen mit den entsprechenden Lauten auf Grundformen von Rudolf Steiner zu klassischer Musik zu üben, ist ein Geschenk für alle Laienarbeit im eurythmischen Leben und ein wahrlich bereichernder Anfang, der weltweit in Kursen des CHOREOCOSMOS gepflegt wird dank Robert Powells unermüdlichen Einsatzes. Für uns Eurythmisten stehen aber noch große Aufgaben an, den Menschen durch Kosmische Lauteurythmie die uns umgebenden Wesen sichtbar und erlebbar zu machen, so wie dies z.B. besonders in den Klassenstunden berichtet wird und erlebt werden kann.

Ich weise ausdrücklich auf diese thematische Einheit von Eurythmiekurs und Klassenstunden hin, da sie für einige Eurythmisten noch Neuland ist, Neuland, das sich zu erobern aber gerade für uns besonders ertragreich ist. Die kosmischen Gebärden können an Kraft und Ausstrahlung gewinnen, wenn man sich mit diesen Klassenstunden als Eurythmist beschäftigt. Unsere Eurythmie ist erst überhaupt spezifisch das, was sie sein möchte und könnte, wenn dieser himmlische Bereich endlich voll in das Bewusstsein von uns allen tritt und vertieft geübt und GEBRAUCHT wird. Und jede planetarische Gebärde setzt im Herzen an, im inneren Tempel, am südlichen Altar, wo der Menschheitsrepräsentant in uns steht und uns zeigt, wie sie aus dem Herzen heraufströmt und als erfühlende Kraft unser Denken bis in die Stirn mitgestaltet.

 

Die Raumesrichtungen in den Tempel-Imaginationen von Hermann Linde

Eine weitere Nachricht hat Rudolf Steiner uns aus dieser letzten Zeit seines damaligen Erdenlebens hinterlassen, auf die ich hinweisen möchte:

Hermann Linde bekam nach dem Brand des Ersten Goetheanum den Auftrag, zwölf Imaginationen[5] zu malen über Goethes Märchen: „Die grüne Schlange und die schöne Lilie“ – verwoben mit dem 1. Mysteriendrama. Hier werden Geheimnisse aus dem Misraim-Dienst dargestellt, einer frühen esoterischen Schulung, die Rudolf Steiner seinen esoterischen Schülern zukommen ließ. Hier sehen wir in Bildern esoterischen Inhalts die Verwandlung des alten Tempels dargestellt im Bild des „unterirdischen Tempels“, in dem die Raumesrichtungen so sind, wie wir es gewohnt sind von allen christlichen Sakralbauten; man betritt im Westen den Bau durch das Portal und schaut gen Osten, zum Altar. Dann aber tritt deutlich eine Verwandlung und Verschiebung dieser Kräfte im Märchen und entsprechend in den „Imaginationen“ ein dadurch, dass es „an der Zeit ist“ und sich der Jüngling auf den inneren Weg zur Vereinigung mit seiner „schönen Lilie“ macht. Es vollzieht sich eine Verwandlung des Tempels über den „silbernen“ hin zum „goldenen Tempel“, der eben gerade diejenigen neuen Altarrichtungen aufweist, die im eurythmischen Grundsteinspruch angegeben werden: Der Osten mit dem goldenen, weisheitsvollen Priesterkönig liegt nun links vom Betrachter, der Westen mit dem ehernen Priesterkönig der Stärke ist rechts im Bild zu finden und der silberne Süden tritt in den Mittelpunkt vor uns, wo das Geschehen der Einweihung und der Vereinigung stattfindet im Wirkensbereich des Christus, der als Menschheitsrepräsentant die Gegenmächte erlöst. Eine neue Zeit und das neue Wirken des Christus zeigen sich hier. - Vieles könnte dazu geschrieben werden, jedoch das Wichtigste ist, selber auf Entdeckung zu gehen und diese wunderbaren Zusammenhänge wahrzunehmen und zu verinnerlich.

Zusammenfassung

Rudolf Steiner hat in vielfacher Weise auf die große Veränderung hingewiesen, in der wir alle stehen, indem wir uns bemühen, die Neuausrichtung zum inneren Süden zu finden. Dort soll uns das Herz lenken und leiten und uns fähig machen zu Opfern, die zu ganz neuen Ufern führen werden. In dreifacher Art können die neuen inneren Raumesrichtungen ergriffen werden: erstens durch den Grundsteinspruch mit den Raumesrichtungs-Angaben für die Eurythmisten – umgesetzt aber für den Betrachter, zweitens durch die Klassenstunden der Michaelschule, die einen Gemütsweg darstellen und drittens durch die zwölf Imaginationen von Hermann Linde, die ja in genauer Absprache mit Rudolf Steiner geschaffen wurden. Alle drei Wege weisen auf die gleiche Veränderung hin: dass nun und in Zukunft die Liebe auf Erden walten möge, dass das Herz in den Mittelpunkt rücke bei allem wahren und die Menschheit weiterführenden Geschehen, das nun von uns erwartet wird.

[1] Rudolf Steiner, „Die Welt als Ergebnis von Gleichgewichtswirkungen“, Dornach, 20.-22. November 1914, GA 158

[2] Rudolf Steiner: „Esoterische Unterweisungen I-IV“, GA 270; Der Meditationsweg der Michaelschule, ISBN-978-3-907564-79-0, Perseus Verlag Basel, herausgegeben von Thomas Meyer.

[3] Rudolf Steiner, „Eurythmie als sichtbare Sprache“, GA 279

[4] Lacquanna Paul und Robert Powell, „Kosmischer Tanz der Planeten“, und „Kosmischer Tanz des Tierkreis“ astronova-Verlag, Tübingen, Auslieferung durch den Verlag selber.

[5] Hermann Linde: „Imaginationen“, ISBN-3-906633-4-8, Verlag Walter Keller.

 

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Wie können wir den Bienen  durch die Eurythmie helfen?

 

Das grosse Bienensterben in der Welt ruft nach neuen, bewussten Taten, um diese Licht-Wesen zu stärken und ihnen helfend beizustehen.

Vor Kurzem hörte ich einen Vortrag von Andrew Gough über den „verborgenen Bienenstock der Geschichte“ www.andrewgough.com, worin er darstellt mit viel Bildmaterial, dass die Biene zu allen Zeiten hoch verehrt und als eine Gottheit gepflegt wurde. Der Pharao z. B. hat seinen Namen als „Hüter der Bienen“ und trägt zum Zeichen davon diese an einen Bienenstock erinnernde rundliche Kopfbedeckung, auch trägt er das Bienenzeichen oftmals in seiner Namens Kartusche. Das weisheitsvolle Leben der Gedanken geordnet wie ein Bienenstock und befruchtet von der Sophia, der Weisheit, der fruchtbaren Bienenkönigin, kann auch unserem heutigen Denken als Bild stehen für das neue lebendige Denken, das in Übereinstimmung mit den himmlischen Kräften steht.

Der böswillige Angriff der Gegenmächte durch Filme, in denen die Bienen plötzlich als Angreifer und Feind des Menschen dargestellt werden, sowie die grossen Mengen an Giften, die in der Natur gespritzt werden und die vielen Mikrowellen, die durch all die moderne Vernetzung störend auf sie einwirken, haben das Immunsystem dieser hohen Wesenheit, die durch die Bienen wirkt, stark geschwächt, so dass ein grosses Bienensterben begonnen hat. Diese Geist- Wesenheit des Bienenstaates dient der Erde und all ihren Geschöpfen schon Jahrtausende lang und hat für die Vermehrung von Pflanzen gesorgt und dadurch die Nahrungsgrundlage für Tiere und Menschen ermöglicht. Alles Leben wird aussterben, wenn es keine Bienen mehr zur Befruchtung gibt. Auch Rudolf Steiner weisst auf diesen Umstand hin, den wir jetzt bereits sehr deutlich wahrnehmen, wo in den USA bereits 60% aller Bienen gestorben sind.

Was können wir Eurythmisten im Verhältnis dazu tun? So arbeitet die Frage in mir in der Nacht nach dem Vortrag und am Morgen wusste ich es: Wir können mit der Eurythmie den Bienen helfen.

Schon in alten Zeiten wurden Tänze für die Gottheit der Biene abgehalten, wie Andrew Gough sehr schön in seinem Vortrag mit Bildern belegen konnte. Der Möglichkeiten gibt es sicherlich viele und ein jeder kann sich auf den Weg dahin aufmachen. Mir ergab sich eine sehr einfache Form zu einem bekannten Text und das möchte ich als Anregung für Sie, liebe Kollegen, mitteilen:

In jeder Schrift über Bienen kann man die Zeichnung finden, wie die Bienen ihren Informationstanz für einander ausführen. Nach vorne beginnend läuft sie nach rechts eine Rundung und kommt zum Ausgangpunkt zurück und wieder gerade aus kann nach links die gleiche Form gemacht werden. Wir haben die Grundform eines liegenden Apfels, eines Torsos mit der Geraden in der Mitte. Mit jedem „L“, das wir eurythmisch machen, beleben wir die gleichen Kräfte und zeichnen in die Luft die gleiche Form, wie die Bienen sie auf dem Bienenbrett ihren Schwestern vortanzen.

Vielleicht brauchen wir den Schülern nur von den Bienen zu erzählen – und sie werden in Zukunft nicht nur im Eurythmie Unterricht „L“ machen, sondern auch wenn sie draußen in der Natur sind und an die Bienen denken. Denn die Kinder verstehen, dass es um das Überleben der gesamten lebenden Wesen geht!!! Wird das „L“ mit dem Bewusstsein gemacht, das es auf die Bienen gerichtet ist, so kann es diese stärken! Solche Art von Heilen in der Natur könnten wir uns mehr und mehr erarbeiten und wissen uns dann im Einklang mit den Ätherkräften der Natur und unterstützen die Arbeit des Wiedergekommenen Christus dort.

Außerdem wurde mir klar, dass man auch auf einem anderen Gebiet – mit Jugendlichen und Erwachsenen - Folgendes tun kann:

Wenn man mit den Kosmischen Gebärden arbeiten will und mit den Hierarchien, so finden wir in einer Anzahl von Vorträgen Rudolf Steiners in denen er z.B. die nachtodlichen Sphären, die die Menschenseele durchlebt mit den Namen der Planeten bezeichnet. Hierbei geht er unter anderem die Reihenfolge durch, die die Seele nach dem Tode durchläuft, von der Kamaloka / Mondensphäre, die man sich als eine erweiterte Kugel um die Erde vorstellen kann, weitet sich der Umkreis zur Merkursphäre und bis hin dann zur Venussphäre deren Weite man sich vorstellen kann, dass sich bis dort, wo der physische Planet der Venus ist, ausbreitet. Die Hierarchischen Wesen der Engel reichen bis zur Mondensphäre, die Erzengel reichen bis zur Merkursphäre und die Archai bis hin zur Venussphäre, so kann man es z.B. lesen in dem V. Karmaband, GA 239, sowie in GA 140 und GA 141.

Von der Sonnensphäre an betritt die Seele des Menschen ein neues Gebiet. Dieser Sonnenbereich ist so gross, dass ihr gleich drei Himmlische Hierarchische Gruppen zugeordnet sind: die Exusiai, Dynamis und Kyriotetes. Und diese Dreiheit beschäftigt mich schon lange, weil ich nach einer Form suchte, auf der ich in dreifach- differenzierter Form die Sonnengebärde machen könnte. Dieser Bienenvortrag brachte mir dann eine Lösung – von denen es sicherlich auch noch ganz andere gibt:

Meine Frage war aus dem „Grundsteinspruch“ Rudolf Steiners entstanden, in dem es heisst:

 „Ihr Lichtesgeister,

Kyriotetes, Dynamis, Exusiai

Lasset von Osten befeuern,

Was durch den Westen sich formt,

Dieses spricht:

In dem Christus wird Leben der Tod.


Diese „Lichtesgeister“ sind die Sonnen-Triade, die in der Hochschule genannte Zweite Hierarchie und bisher wurden immer für alle drei die gleiche rechtsgerichtete Sonnengebärde gemacht, um sie zu erreichen. Die Aufgaben und  Wirksamkeit dieser hohen Wesen sind aber durchaus unterschiedlich, wie wir aus den Klassenstunden wissen und ist doch so eng zusammen haltend, dass sie wie eine Stimme sprechen. Ich fragte mich, ob es Aspekte gibt, die mir die Möglichkeit geben, auch drei unterschiedliche Gebärden für die Sonne zu gestalten, um eben diese Wesenheiten noch intensiver ansprechen zu können. Und der Bau meines Leibes und die Grossgeschichte der Sonnen-Erdbeziehungen belehrten mich, dass es Umpolarisierungen der Magnetfelder der Erde und der Sonne gegeben hat und geben wird. Somit ist auch gerechtfertigt, dass einmal die Sonnenachse der Sonnenbewegung durch meinen rechten erhobenen Arm bis hinunter in meinen linken Arm geht – und als weitere Möglichkeit die Sonnenachse, die von dem linken erhobenen Arm bis hinunter in meinen rechten Arm geht – und als dritte Möglichkeit ist auch gerechtfertigt, dass beide Arme gleichzeitig oben die Sonnenbewegung ausführen und dann beide gleichzeitig unten hinten sich drehen – wie ein doppelter Schmetterlingsflügel,- man bekommt dabei das Gefühl fast zu fliegen.

- (Zeichnungen und Erklärungen dazu findet man in dem neuen Buch: "Von den Quellen der kosmischen Eurythmie":


So mache ich jetzt für den Namen der Exusiai die Sonnenbewegung rechts, für den Namen der Dynamis die Sonnenbewegung links – aber natürlich wie aus dem „L“ kommend – und für den Namen der Kyriotetes diese wunderbare Doppelbewegung, die die Formkraft der Persönlichkeit stärkt. Und durch den Impuls von oben genannten Vortrag wird die von mir bisher gemachte dreifachen Lemniskatenform zu der Form, wie sie beim Tanz der Bienen auftaucht, umgeändert: Nach links den Kreis mit der rechten Sonnenbewegung für den Namen der Exusiai. Entsprechend geht nach rechts der Kreis mit der linken Sonnenbewegung für den Namen der Dynamis und geradeaus ein Hin- und Zurückweg bei der dritten Sonnenbewegung für den Namen der Kyriotetes.


So kann ich nun jeden Tag, wenn ich den Grundsteinspruch eurythmisch mache, auch an die Bienen denken und sie unmittelbar an das Herz des Christus bringen, der sie zum Leben erwecken kann aus dem Sterbeprozess heraus, in dem sie sich befinden. Vielleicht ermöglicht ER, dass sie doch noch so lange hier ihren Dienst weiter tun dürfen, bis der Mensch wirklich seine Stufe der Reife erlangt hat um die Erde als Lernaufgabe verlassen zu können. So jedenfalls ehre ich sie wieder, wie vor mir die Menschheit in allen Kulturen die Bienen geehrt haben und gebe ihnen so die Möglichkeit, sich wieder zu erholen für ihre so grosse Aufgabe.

Mögen viele neue Ideen zu Ihnen allen kommen, um in vielen Variationen diesen Lichtes-Geistern, diesen Honig–Bringern, diesen Leben-Spendern zu helfen. Vielleicht sind es ja die Bienen, die im aller innigsten Sinne mit dem Christuswirken im Ätherreich verbunden sind?

Owingen, 31.08.2014

Gudrun Gundersen

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Welchen Einfluss hat der Brand des Ersten Goetheanum auf die Eurythmie?


Das Erste Goetheanum, das in den Jahren 1913 -1922 gebaut und geformt wurde in Dornach, hatte die Ausrichtung nach Osten, so wie alle christlichen Sakralbauten. Man trat im Westen ein und hatte den Osten vor sich, in dem auf der Bühne als Mittelpunkt und Allerheiligstes der „Menschheitsrepräsentant stehen sollte,"das Gleichgewicht haltend zwischen den Versuchermächten Luzifer und Ahriman".
Nach dem Brand des Ersten Goetheanum in der Silvesternacht 1922/23 gab Rudolf Steiner zur Weihnachtstagung 1924 den Grundsteinspruch, der ein inneres Goetheanum erbauen hilft. Für die Eurythmisten gab Rudolf Steiner die Raumesrichtungen bei der Anrufung der Elementargeister dafür so an, dass nun der Osten rechts von ihm liegt, der Westen links, der Norden vorne und der Süden hinten, dort wo die Statue stehen sollte. Das heißt, die frühere Ost-West-Achse des physischen Ersten Goetheanum wurde um 90° gedreht, um ein Viertel des Kreises, so dass der Süden im geistigen Hintergrund ist, aus dem heraus der Eurythmist schafft, impulsiert vom Menschheitsrepräsentanten. Gleiches kann man sehen in der XI. Imagination von Hermann Linde, die er auf Rudolf Steiners genauer Anweisung hin gemalt hatte als Teil einer 12 Bilder umfassenden Reihe über Goethes Märchen für den Zweigraum in Mannheim.
Auch den im Ätherreich sich andeutenden Ätherbau des Ersten Goetheanum sieht man bereits in der XII. Imagination. Dorthin führt die Brücke, die durch das freiwillige Opfer der grünen Schlange entstanden ist. In diesen letzten Imaginationen lässt Rudolf Steiner aufzeigen die damals noch in der Zukunft liegende Tatsache und heutige Wirklichkeit des Ersten Goetheanum in der angrenzenden Wirklichkeit des Ätherreiches, neben unserer physischen Wirklichkeit.

Über unterschiedliche eurythmische Sonnengebärden
Durch die, wie oben beschrieben, veränderten Raumesrichtungen dieses spezeiellen Spruches, der eben erst NACH dem Brand des Eresten Goetheanums entstand und die dort eindeutigen Anweisungen für eine andere Art der Raumesausrichtungen, als im physischen Gebäude,  können wir Eurythmisten uns bewußt mit diesem Ätherreich verbinden. Aus der Beschäftigung damit und mit dem Kosmischen Tanz ist wie selbstverständlich eine Beweglichkeit in die Vorstellung gekommen auch in Bezug auf die Differenzierung der Sonnengebärden für die Anrufung der II. Hierarchien-Triade im Grundsteinspruch. Will man für diese drei unterschiedlich benannten Hierarchien der II. Hierarchien-Triade etwas differenzierte Sonnengebärden gestalten, z. B. auf das Ertönen ihrer Namen, so kann man folgendes versuchen, was meinner Erfahrung nach, ein möglicher Ansatz ist:

So mache ich jetzt für den Namen der Exusiai die Sonnenbewegung rechts, für den Namen der Dynamis die Sonnenbewegung links – aber natürlich wie aus dem „L“ kommend – und für den Namen der Kyriotetes diese wunderbare Doppelbewegung, die die Formkraft der Persönlichkeit stärkt. Und durch den Impuls von oben genannten Vortrag wird die von mir bisher gemachte dreifachen Lemniskatenform zu der Form, wie sie beim Tanz der Bienen auftaucht, umgeändert: Nach links den Kreis mit der rechten Sonnenbewegung für den Namen der Exusiai. Entsprechend geht nach rechts der Kreis mit der linken Sonnenbewegung für den Namen der Dynamis und geradeaus ein Hin- und Zurückweg bei der dritten Sonnenbewegung für den Namen der Kyriotetes.

 Diese Möglichkeit der Differenzierung macht die Gestaltung gerade dieser II. Hierarchie, der Christus-Hierarchie lebendig, so wie ja auch die Christusstatue in Begriff ist sich zu bewegen – zu verändern – Zukunft gestaltend zu wirken.

Als Anregung zum lebendigen Weiterentwickeln möchte diese Darstellung sein. Und empfehlen kann ich dazu sehr das Studium dieser 12 Imaginationen von Hermann Linde, denn tiefes Verständnis kann sich daraus bilden wenn man die verschiedenen Tempelbilder dieser Reihe vergleichend anschaut. So kann im Innern das Verständnis für die Raumesrichtungen im Ätherreich aus einer abstrakten Wahrheit zum Erlebnis werden. Verschmelzen können da die erarbeiteten Erlebnisse mit Goethes Märchen und dem 1. Mysteriendrama von Rudolf Steiner.
Owingen, 10.11.2013, 
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Vor 100 Jahren

 

Zur 100 jährigen Wiederkehr des ersten Gespräches  im Dezember 1911 von Clara Smits mit Rudolf Steiner über „die Möglichkeit einer Bewegungskunst, die auf geisteswissenschaftlicher Grundlage aufgebaut“ ist, was die spätere Eurythmie wurde, möchte ich ganz besonders Rudolf Steiner und Marie Steiner danken und ihrer gedenken. Ohne seine übersinnlichen Forschungen, durch die er die Bewegungen des Ätherleibes des Menschen und daraus die Bewegungsformen bei Sprache und Musik hat wahrnehmen können und ohne Marie Steiners unermüdliche übende Pflege der neuen Kunst hätte diese nicht entstehen können. Aber auch Clara Smits, die die Wachheit und den Mut hatte, sich mit der Bitte an Rudolf Steiner zu wenden, ob es für ihre Tochter eine Möglichkeit der Bewegungslehre aus der Geisteswissenschaft gäbe, sende ich meinen grossen Dank. Denn es ist diese Bitte von Clara Smits genau vor 100 Jahren geschehen und hat damit die Ära für die neue Kunst der Eurythmie eröffnet. Möge sich das Interesse für diese sinnvolle Art der eurythmischen Bewegung und des sich Einstimmens auf den Kosmos in der kommenden Zeit wachsen, weil das einen Ausweg aus der materialistischen Gesinnung zeigen könnte und die Menschen wieder in eine geistvolle Zukunft führen kann.

 

Wenn man zusammen schaut, dass die 15. – 17. Klassenstunden der neuen Michaelschule, der heute genannten „Freien Hochschule für Geisteswissenschaft“ während des Lauteurythmiekurses gegeben wurden, so sieht man vor sich, dass die Eurythmisten von damals selbstverständlich dabei anwesend waren und dass diese eine fortsetzende Unterweisung der Gespräche der Hierarchien untereinander in ihren Vorträgen und Unterweisungen bekamen, die in den entsprechenden Klassenstunden behandelt werden. Das genauere Ineinandergreifen dieser zwei Gebiete und Unterweisungen – in welcher Form die hierarchischen Wesen mit einander sprechen – mit Hilfe der kosmischen Gebärden des Tierkreises und der Planeten sieht so aus:

Am 21. Juni 1924 fand die 15. Klassenstunde statt.

Vom 24.-27. Juni 1924 waren die ersten 4 Vorträge des Lauteurythmiekurses.

Am 28. Juni 1924 findet die 16. Klassenstunde statt.

Vom 30.7. bis 4. Juli 1924 waren weitere 5 Vorträge des Lauteurythmiekurses.

Am 5. Juli 1924 fand die 17. Klassenstunde statt.

Am 7. Juli 1924 gibt Rudolf Steiner den Eurythmisten die Tierkreis und Planeten-Gebärden.

Am 8. und 9. Juli fanden die letzten 2 Vorträge des Lauteurythmiekurses statt.

Am 12. Juli 1924 findet die 18. Klassenstunde statt.

 

Das unmittelbare  In- Einander- Geflochten- Sein dieser zwei so wichtigen und neuen Initiativen Rudolf Steiners, die der Klassenstunden der Freien Hochschule und die der kosmischen Eurythmie, die beide aus der geistigen Welt heraus gewollt wurden und sich deshalb auch Rudolf Steiner offenbaren konnten, gibt Seelensicherheit, dass die Kosmische Eurythmie – genauso wie die Hochschularbeit ein ganz besonderes Gnadengeschenk des Christus und der Hierarchien an die Menschheit ist – und entsprechend auch von den Menschen würdig aufgenommen werden sollte.

Ein jegliches Eintreten für diese Impulse sollte von Anthroposophen mitgetragen werden und nicht durch kleine Andersartigkeiten verschwiegen oder abgewiesen werden.

 

Bisher wurde in den Mitteilungen für Eurythmisten nichts über den Impuls Robert Powells veröffentlicht, obwohl er bereits seit vielen Jahren die kosmische Eurythmie im Besonderen pflegt und eine grosse Liebe für die Eurythmie bei den Teilnehmern seiner Kurse rings um in der Welt entwickelt. Gar mancher von ihnen ist wegen seiner Impulse zum Eurythmiestudium aufgebrochen. Vielleicht ist aber jetzt die Zeit gekommen – nach 100 Jahren Eurythmie, dass auch diese Arbeit – neben all den vielen anderen eurytmischen Arbeiten – ins Bewusstsein der Anthroposophen treten kann.

 Da Robert Powell seine Arbeit bewusst für Laien konzipiert hat, werden hier die Elemente der Kosmischen Eurythmie in ihrer Ursprünglichkeit vermittelt. Als Hilfe von der seelischen Seite her, hat er passende Musikwerke der Klassik ausgewählt, die die Planeten-Stimmung vermitteln (z.B. für den „MOND“ 1. Satz aus der Mondscheinsonate). Und für die Tierkreisstimmungen hat er Musikwerke in den entsprechenden Tonskalen nach den Angaben von Rudolf Steiner gefunden. Da er auch Astronom und Astrologe ist neben seinem Eurythmisten- und Heileurythmisten- Sein, bringt er auch noch als drittes das exakte Wissen über die Sterne in die Arbeit hinein. Er hat dadurch eine neue Form von Sternentanz entwickelt, die alle Eigenschaften der Eurythmie in sich tragen und die mitmachenden Laien zu einem neuen gemeinschaftlichen Sternen-Klingen bringt. „Choreocosmos“ oder „Kosmischer Tanz“ nennt er das, was so entstanden ist.

 

Es ist ein klingendes Sprechen, was entsteht beim Choreocosmos. Die Musik wird nur als seelentragendes Element verwendet und nicht toneurythmisch dargestellt, sondern es werden die Laute und die kosmischen Gebärden der Eurythmie wiederholend gemacht z.B. werden auf der Widderform, die aus der Sternglyphe abgelesen ist, erst die Widdergebärde und dann das „W“ gemacht, während man aus der Waldsteinsonate von Beethoven ein Stück in C-Dur spielt und es nur als motivische Einteilung verwendet, um zu einem harmonischen Miteinander in der Bewegung der Raumform mit kosmisch klingend gestalteten Gebärden und Lauten zu kommen. Ein ruhiges Einleben in die Laute und in die kosmischen Gebärden wird so gewährleistet durch die vielen von Musik getragenen Wiederholungen.

Diejenigen Eurythmiekollegen, die den Mut und die Offenheit zeigten, an diesen Laienarbeiten teilzunehmen, waren erfreut und  fühlten sich neu belebt. Heilende Kräfte gehen von dieser Arbeit aus, so wie es von jeglicher guter Eurythmie entsteht.


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Die Mantren der Klassenstunden hat Rudolf Steiner aus der geistigen Welt bekommen und an die Menschheit 1924 weitergeleitet. Eingeflochten in den Höhepunkt dieser neue Mysterienarbeit hat er den grossen, wichtigen Lauteurythmiekurs in Dornach gegeben und damit auch die Möglichkeit geschaffen, dass diese Worte einmal im recht gestalteten Rahmen und in kosmischer Form von Menschenherzen den Hierarchien entgegen klingen können – durch die Eurythmie. Der 2. Teil der Michael-Schule sollte ritueller Art sein – sicherlich nicht ohne Eurythmie, die Rudolf Steiner beschreibt als: “ in der Eurythmie(wird) dasjenige erneuert, was in den uralten Mysterien Tempeltanz war: die Nachahmung des Sternenreigens, die Nachahmung desjenigen, was durch Götter vom Himmel herunter zum Menschen gesprochen wurde.“

Und an anderer Stelle sagt er: „ Wir bekommen die 19 Lautmöglichkeiten, indem wir im Tierkreis das Konsonantische, im Reigen der Planeten das Vokalische sehen. Der Himmel spricht: jedes Mal, wenn ein Planet zwischen zwei Tierkreisbildern steht, steht ein Vokal zwischen den Konsonanten. Und in den Konstellationen, die durch die Planeten entstehen, spricht der Himmel, spricht in der mannigfaltigsten Weise, und was da gesprochen wird, ist eigentlich Wesenheit des Menschen. Daher kein Wunder, dass durch menschliche Gesten und Bewegungsmöglichkeit gerade ein Kosmisches ausgedrückt wird.“

Ich glaube, dass wir erst an einem Anfang stehen, einem Anfang der wahren Eurythmie, durch die wir auch mit den vier Elementen der Erde und mit Christus, der heute im Ätherreiche zu finden ist, kommunizieren lernen.

Mögen Menschen Ohren zum Hören haben und Augen zum Schauen und Mut zum Handeln!

Owingen, 6.12.2011.

G.D.Gundersen

 

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Rezension des Büchleins: „Krise und Chance“,

Die Freie Hochschule und ihre Bedeutung für das Karma der Anthroposophischen Gesellschaft.

 

Man kann nur dankbar sein, dass in dem kleinen Taschenbuch „Krise und Chance“ von Judith von Halle so ein hohes Mass an Spiritualität und Moral bis in jeden Gedanken geprägt sind, denn anders könnte man gar nicht mehr die bisher so lang totgeschwiegenen Seiten der Geschichte der Freien Hochschule für Geisteswissenschaft darstellen. Endlich werden Schleier gelüftet und Zusammenhänge deutlich gemacht, die jedes Mitglied der Hochschule kennen sollte, um die Situation der Gegenwart richtig einschätzen zu können und um selber aus der Krise, in der sich die Arbeit befindet, eine Chance zu bilden.

         Judith von Halle ernährt sich buchstäblich von eben den Mantren und kennt daher die unmittelbaren Wirkungen dieser Worte auf ihre Wesensglieder von denen wir bisher nur ahnen und denken können. Ihre tief innerliche Verbundenheit mit dem Christusimpuls und dem Wirken Michaels lässt sie die wesentlichen Geschehnisse der Hochschulgeschichte liebevoll und klar aufzeichnen und gibt dem Hochschulmitglied dadurch neue Dimensionen für seine Bemühungen.

Möge die Weitherzigkeit, die man bei Judith von Halle findet, Echo in Anthroposophen Herzen hervorrufen!

Owingen,31.1.2011, Gudrun D. Gundersen

 

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Wie könnte das Verhältnis von Geistesforschern

unter einander sein?

 

Eine Betrachtung von Gudrun D. Gundersen

 

Seit meinem 18. Lebensjahr, als ich ein erstes Buch von Rudolf Steiner: “Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten“ geschenkt bekam und es intensiv studierte, war mir klar, dass es innerhalb der Anthroposophenschaft Eingeweihte, Wissende geben müsse. Diese versuchte ich zu finden, um bei ihnen zu lernen.

         Und ich fand – sehr unterschiedliche Formen der Hellsichtigkeit – und sehr unterschiedliche Stadien der Umsetzung der christlich-rosenkreuzerisch Bemühungen im Alltag bei diesen. Es bekümmerte mich immer wieder, wie stark mancher von ihnen andere in ihrem geistigen Bemühen verurteilte und dadurch selber sich als jenseits der einen oder der anderen Seite der Mittellinie befand, um die das Ringen eines jeden Strebenden geht.

         Das Erforschen der geistigen Welt, das Vertiefen der Erkenntnisse um die Ereignisse und das Wirken des Jesus Christus, beschreibt das Johannes Evangelium so: “Vieles andere noch hat Jesus vollbracht; sollte man aber von dem erschöpfend schreiben, so würde, so dünkt mich, selbst die Welt die geschriebenen Bücher nicht fassen.“ (Joh. 21.25). Hieraus folgt, dass noch viel Raum ist für gar viele Vertiefungen von verschiedensten Geistesforschern zu den damaligen und bis in die heutige und zukünftige Zeit hinein. Für einen jeden, der sich ernsthaft bemüht, ist hier Raum und Möglichkeit. Zu allen Zeiten wird es immer wieder neue Geistesforscher geben, die auf den Wahrheiten der Vorgänger vertiefend eingehen werden und die jeweils rechte Sprache gebrauchen werden, die dem Zeitgeiste angemessen ist.

         Als ich vor Tagen in den „Anthroposophischen Betrachtungen über das Neue Testament“ von Valentin Tomberg las, fand ich Folgendes auf Seite 174 zu meiner Frage nach dem Verhalten von Geistesforschern unter einander:

„Diese (bei Johannes dargestellte) Gesinnung hat als natürliche Folge die Überzeugung, dass jede Wahrheit, welche über die Christus-Wesenheit und das Christus-Wirken erkannt worden ist, nur eine Anregung sein kann, um nach der Erkenntnis einer weiteren Wahrheit zu streben. Es wird daher niemand, der in einem richtigen Verhältnis zum Christus-Impuls steht, seine Erkenntnis aus der Gesinnung des Belehren-Wollens aussprechen. Seine Gesinnung wird nur eine solche sein, welche in der Frage ihren Ausdruck findet: wo und inwiefern kann das Aussprechen einer Erkenntnis als Anregung für das Erkenntnisstreben anderer Menschen fruchtbar sein? Kann die Erkenntnis, welche in mir lebt, jemandem einen Dienst erweisen?“

         Kann man diese christlich-rosenkreuzerische Grundhaltung auch erweitern auf die geisteswissenschaftlichen Erforschungen im weiteren Sinne? Warum forscht man denn überhaupt nach tieferen Ursachen, wenn nicht, um gerade letzten Endes das Wirken des Christus in allem Geschehen und im anderen Menschen auch zu entdecken? Und wenn man dann diese dienende Haltung einem eventuellen Leser seiner Mitteilungen gegenüber einnimmt, so entspricht das ganz der Gesinnung, die oben beschrieben wird und die von Valentin Tomberg als innere Haltung der „Fusswaschung“ bezeichnet wird in seinem weiteren Text.

         Wie die Könige seinerzeit sich anerkannten als von Gottes Gnaden abstammend und einander deshalb nicht töteten, so könnten die heutigen Geistesforscher einander als begnadete Diener des Geistes wahrnehmen, die dem Erwachen des Geistes im Volke – jeder auf seine Weise – dienen!

 

Dass Forschungen auch zu divergierenden Aussagen kommen können, ist bekannt durch die Naturwissenschaft. Eine gegenseitige Grundlagen Nachprüfung kann zu einer möglichen Zusammenarbeit führen – oder auch zu einem darauf Beruhen lassen – bis der Stand der Erkenntnisse sich wiederum geweitet hat und die Menschheit durch einen weiteren Schritt näher der Wahrheit gekommen ist, denn stetiges Weitersuchen nach Wahrheit ist der Gang der Entwickelung. Ein Festhalten an liebgewordenen Wahrnehmungen hingegen kann zum Dogma erstarren und wird als unfruchtbarer Stein eine zeitlang im Wege stehen, bis auch ihn der Strom der Entwickelung fortgespült hat – falls man ihn nicht selbst aus neuer Einsicht aus dem Wege der anderen genommen hat.

         Stehen wir nicht in einer Zeit, in der das geistige Verständnis in weiten Kreisen immer mehr wächst und sich ausweitet? Werden nicht viele lichte Ströme sich vereinigen, um gemeinsam in die Zukunft zu fliessen, um diese neu zu gestalten?

 

Owingen, 25.01.2011

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Warum können Imaginationen einen verführen?

 

Als Imaginationen bezeichnet man die „IMAGO“ – Bilder, die in der menschlichen Seele aufsteigen nach einem seelischen Vertiefen in z.B. eine Fragestellung. Es muss also keine gedankliche Auseinandersetzung vorausgegangen sein, sondern es kann eine unmittelbare seelische Reaktion sein.

Ist der inneren Fragestellung vorher eine gedankliche Konzentration und Durchdringung vorausgegangen und führt man diese in einer christlich-moralisch geschulten Seelenhaltung, so kann das zur Klärung beigetragen haben und die später einsetzenden Imaginationen können dadurch bereits in einem reineren Zustand dastehen, als wenn es nicht der Fall wäre.

 

Die Fragestellung nach den Einflüssen von geistigen Wesen, die hinter solchen Bildern stehen, ist ein Thema, das mich mein Leben lang begleitet hat. Durch das Studium der Werke Rudolf Steiners wurde unter anderem in mir wach, meine innere Aufmerksamkeit auf die Art der verschiedenen grundsätzlichen Haltungen der luziferischen und ahrimanischen Einflüsse gegenüber der Seelenhaltung, die durch den Christus sich prägen lässt.

         Eine weitere Vertiefung gerade dieser drei Weltenkräfte, ihrer Sphären und verschiedenen Wirkensgebiete, erfuhr ich durch das  Werk Valentin Tombergs. Er schildert – an Hand der Betrachtungen über das Alte und Neue Testament – grundsätzliche Wirkensweisen und deren viele Variationen gerade zu diesem Thema, wie er auch das Wirken der Hierarchien lebendig und differenziert weiter untersucht, wie Rudolf Steiner es begonnen hat.

Die Geistesgeschichte unsere Zivilisation fusst auf diesem Geisteskampf der Hierarchien, die gemeinsam mit Christus wirken und den zwei Gegenmächten Luzifer und Ahriman, die um die Menschheit ringen. Früher waren Zielscheibe z.B. die prophetischen und königlichen Führer des israelitischen Volkes. Heute kann jeder erwachte Ich-Mensch diesen Kampf in sich selber beobachten.

Auf Seite 67/68 in den „Betrachtungen über das Alte Testament“ schildert Valentin Tomberg das Entstehen der Lüge, d.h auch der lügenhaften Imaginationen, wie folgt:

„… starkes Persönlichkeitsbewusstsein war in den Zeiten vor dem Mysterium von Golgatha nur bei solchen Seelen möglich, die einen starken luziferischen Einschlag in sich trugen. Dieser Einschlag besteht darin, dass der astralische Leib der ihn umgebenden geistigen Welt gegenüber selbstständig wird. Dieses geschieht dadurch, dass ein solcher astralischer Leib starke Sympathie- und Antipathiegefühle aus seinem Inneren ausströmt, die den astralischen Leib mit einer Art Dunst, gleichsam als Wolkenschicht, umgeben. Es bildet sich ein Wolkengürtel um den astralischen Leib. Dieser Gürtel trennt den astralischen Leib von der ihn umgebenden geistigen Welt und ist die Ursache davon, dass er ihr gegenüber selbstständig wird.


Nun entstehen aber diese Sympathien und Antipathien nicht aus dem Zusammenleben mit dem Engel, sondern aus dem Zusammenleben mit dem luziferischen Engel. Der letztere inspiriert aber den Menschen in der Art, dass er seine Inspiration nicht durch das Tor des menschlichen Ich, sondern unmittelbar in den astralischen Leib einströmen lässt, d.h. er wirkt tiefer  hinunter als der normale Engel. Dadurch geschieht es, dass sein Inspirationsstrom, ohne Umschaltung an der Grenze der beiden Wesensglieder, direkt in den Ätherleib hinunterströmt, wo er zu seinem Gegenteil wird. Denn es waltet das Gesetz der Spiegelung im Verhältnis der einzelnen Wesensglieder des Menschen zueinander. Wenn z.B. im astralischen Leib ein nach oben gerichtetes Dreieck im Bewusstsein lebt, so wird es, falls es nicht durch das Eingreifen des Ichs richtig hinuntergetragen worden ist, sich im Ätherleib als ein nach unten gerichtetes Dreieck spiegeln.


So geschieht es, dass der luziferische Engel die Lüge verursacht. Er verselbstständigt den astralischen Leib der geistigen Welt gegenüber, um ihn ganz unter seinem Einfluss zu haben. Dann inspiriert er ihn, wobei diese Inspiration beim Hinuntersteigen in den Ätherleib die Unwahrheit verursacht. Als Folge dieses Vorganges wird der ätherische Leib von einem Gürtel falscher Imaginationen umgeben. Es bildet sich um ihn eine Sphäre, die die Spiegelung desjenigen darstellt, was der luziferische Engel in den Astralleib eingeflösst hat.


Der luziferische Engel inspiriert keine Unwahrheit; seine Inspiration hat volle Geltung innerhalb der astralischen Welt. Aber die Art, wie er es tut, verursacht  Unwahrheit im ätherischen Leib. Diese Unwahrheit verdichtet sich in der Form eines den ätherischen Leib umgebenden Gürtels. Dieser letztere ist nicht lichtdurchlässig; er wirft einen Schatten  in das Innere des ätherischen Leibes. So geschieht Verfinsterung gewisser Teile des ätherischen Leibes. Und diese Finsternis ist eben der Raum, wo Ahriman eingreifen kann. Der ahrimanische Doppelgänger nistet sich in diejenigen Partien des ätherischen Leibes ein, die durch den luziferischen Engel verfinstert worden sind. So tritt Ahriman als das Karma Luzifers auf.


Der ahrimanische Doppelgänger ist eine mit raffinierter Intelligenz begabte Wesenheit, die sich an den verfinsterten Teil des ätherischen Leibes ansaugt. Von dort aus wirkt er verfinsternd auf das Bewusstsein des Menschen. Man stelle sich aber die vom ahrimanischen Doppelgänger ausgehende Finsternis nicht als blosse Abwesenheit des Lichtes vor. Sie ist vielmehr ein Gegen-Licht oder auch eine Gegen-Intelligenz gegenüber der Intelligenz der Hierarchien, der auch die rein menschliche Intelligenz, als die vierte der Hierarchien, angehört. Verdeckt der luziferische Engel das Licht der Hierarchien, so strömt der ahrimanische Doppelgänger aktive  Finsternis aus. Diese löscht das Bewusstsein des Geistigen in der objektiven Wirklichkeit aus und strömt Lüge aus in die physische objektive Umwelt. So geschieht es, dass die durch den luziferischen Engel verursachte subjektive Unwahrheit durch den ahrimanischen Doppelgänger zur objektiven Lüge wird.

 

 

Was muss der astralische Leib lernen, um diesen Einfluss des luziferischen Engels zu überwinden?

 

Auf Seite 83 in seinen „Betrachtungen des Neuen Testamentes“ schildert Valentin Tomberg bei der Besprechung „der Seligpreisungen“ was das Wesentliche ausmacht, das der astralische Leib lernen muss:

..“Aus diesem Grund kann ein Mensch, der vom Ich aus den astralischen Leib beherrschen kann, auch als „Meister über den Zorn“ bezeichnet werden. Eine andere Bezeichnung für einen Meister über den Zorn ist der „Sanftmütige“.

In diesem Sinne bezeichnet Christus Jesus in der dritten Seligpreisung die Menschen, die den astralischen Leib beherrschen können, als die Sanftmütigen. Es handelt sich somit in der dritten Seligpreisung um die Schule, die der Mensch im astralischen Leib durchzumachen hat, und um das positive Karma des astralischen Leibes in der Zukunft.

Nun besteht das Karma des astralischen Leibes im Wesentlichen darin, dass er, seit der lemurischen Entwicklungsperiode, der eigentliche Träger des luziferischen Elementes im Menschen ist. Die Auseinandersetzung mit Luzifer ist das Wesentliche der Schule, die das menschliche Bewusstsein im astralischen Leib durchzumachen hat. Das Ziel dieser Auseinandersetzung ist die innere Wandlung des Luziferischen, die als „Sanftmut“ bezeichnet werden kann. Denn aus dem Stolz der Opposition der Weltordnung gegenüber entsteht der Zorn, dessen Beherrschung das Ziel des Ichs bei seiner Arbeit am astralischen Leib ist. Es können daher die „Sanftmütigen“, d.h. diejenigen Menschen, die diese Arbeit bis zu einem gewissen Grad an Vollkommenheit geleistet haben, mit Recht auch als die „Überwinder Luzifers“ bezeichnet werden. Denn der Zorn ist die summarische Auswirkung des luziferischen Elements im Menschen, und seine Überwindung darf somit als die Überwindung des Luziferischen überhaupt im Menschen gelten.“

 

Welcher Zukunftsaspekt hat die Arbeit mit dem Astralleib?

Auf Seite 106  -wie oben - wird noch ein weiterer Aspekt dargestellt, der auf die zukünftig notwendig UNEIGENNÜTZIGE Spiritualität des Menschen hinweisst:

 

In dem Ausspruch der Bergpredigt, welche ja an die intimen Schüler des Christus Jesus gerichtet war: „Ihr seid das Licht der Welt“, handelt es sich aber um das Leuchten, das von der Erde ausgehend in den Kosmos hinauszustrahlen hat, indem es die luziferische Sphäre überwindet. Um eine uneigennützige Spiritualität geht es in diesem Spruch…. „

 

Welcher Zusammenhang besteht zur Göttlichen Sophia?

Auf Seite 233, wo unter anderem über die Kräfte der Sophia berichtet wird, geht Valentin Tomberg noch weiter und schildert Folgendes:

„Nun liegt aber noch zwischen der Inspirationswelt der Sophia und den Imaginationen des Lebenstableaus des Christus die luziferische Sphäre selbst. Diese Sphäre wurde aber zur Zeit des Pfingstereignisses durchlässig für die von oberhalb herabsteigende Sophia-Offenbarung. Diese geschah infolge der Tatsache der inneren Umkehr Luzifers, die Luzifer bei dem Mysterium von Golgatha erlebte. Der „büssende“ Luzifer wurde selbst zur demutvollen Brücke über die Sphäre der Lüge, die er selbst in der Vergangenheit geschaffen hatte. Es führt somit der Weg der Sophia-Offenbarung durch die Sphäre Luzifers hindurch – und zwar durch die Wesenheit Luzifers selbst hindurch. Luzifer gab sich zur Stunde des Pfingstereignisses dem Sophia-Impuls ganz hin: er wurde mit ihm eins und führte ihn durch sein Wesen zu dem Lebenstableau des Christus hinunter, wo er die Seelen der Menschen erreichte.

Es geschah in Wirklichkeit eine Vereinigung der Wirkung der Sophia und Luzifers: diese vereinigte Wirkung der beiden Wesenheiten wird im Johannes-Evangelium als „Paraklet“, Tröster, bezeichnet. Der „Paraklet ist nicht bloss der Heilige Geist…, sondern eine solche Offenbarung…, dass da Sophia und Luzifer zusammen wirkten, indem Luzifer dem Impuls der Sophia sich dienend unterstellte.Und dieses dienende Unterstellen Luzifers dem Impuls der Sophia gegenüber hatte nicht nur die Folge, dass die Sophia-Offenbarung in ungetrübter Gestalt die Seelen der Menschen erreichte, sondern es hatte auch die Folge, dass Luzifer der sophianischen Offenbarung das begeisternde Feuer des Enthusiasmus und der Freude von sich aus einflösste.“

 

Bleibt mir nur noch zu danken, dass Sie, lieber Leser, bis hierher gefolgt sind. Vieles mehr als was hier zitierte wird steht in den genannten zwei Büchern von Valentin Tomberg und erhellen viele Erkenntnisfragen, die uns heutige Menschen zutiefst angehen.

Owingen, 14.12.2010, Gudrun D. Gundersen

 

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Betrachtung zu Valentin Tombergs Brief vom 9. März 1970. „Diesen Abgrund, welchen die auf Erden uneigennützige Spiritualität immer wieder überbrückt, schafft Luzifer. Die „Wolkenschicht“ der luziferischen Sphäre, von welcher die Erde verdeckt wird, schafft den finsteren Schatten, der von der Erde in den Kosmos geworfen wird. Und durch diese luziferische Wolkenschicht können nur solche spirituellen Gedanken und Empfindungen sich den Weg bahnen, welche aus uneigennützigen Beweggründen gepflegt werden. Die wohl spirituellen, aber auf eigennützige Art gepflegten Gedanken erreichen nur die luziferische Schicht und werden dort aufgehalten…."

von Gudrun D. Gundersen

 

Erschütternd ist der Brief von Valentin Tomberg vom 9. März 1970.

Liesst man ihn liebevoll, so klingt ganz besonders der Schluss in einem nach:

 „Verstehen Sie mich? Fragt und bittet, / Ihr ergebener / Valentin Tomberg“

 

Dieser Bitte und dieser Frage möchte ich nachgehen und sie meine Gedanken und mein Herz führen lassen, denn im Anbetracht des Inhaltes des Briefes ist einzig so eine Haltung von dem Verfasser tief religiöser Schriften, die mit intensivster Gedankenklarheit geführt wurden, erbeten - nicht eine beurteilende oder gar verurteilende Haltung erfragt.

 

„Mein Leben ist heute Gebet und Kontemplation, davon – und nur davon – und dazu lebe ich; nicht „Studium“.“

So lautet der vorletzte Satz. Er ist die Quintessenz der Mitteilung von Valentin Tomberg nach all seinen Schriften. Die reine und gründliche Gedankenklarheit wurde früher erübt und angewandt und nun mit 70 Jahren sieht er, dass die Anthroposophie auch durch diesen seinen Versuch nicht weiter gekommen ist, denn die Inhalte werden von den Anthroposophen immer wieder nur „intellektuell schematisiert und fossilisiert werden“. Ist es nicht Verzweiflung, die aus diesen Worten spricht?

Und seine Erkenntnis, dass letzten Endes es keine allgemein gültige Geistes-Wissenschaft geben könne, „da ja das Grundkriterium jeder Wissenschaft – die Nachprüfbarkeit und Allgemeingültigkeit – nicht vorhanden war.“ – Wie sieht es damit heute aus? Kann man vielleicht sagen, dass einige Gebiete nun doch so stark erarbeitet worden sind, dass wenigstens ein Teil von ihnen bereits zur allgemeingültigen Wissenschaft von Geistgebieten geworden ist? Ich denke dabei an medizinisch- anthroposophische Forschung….

 

Valentin Tomberg begründet das damit, dass auf dem religiösen Gebiet die „Erfahrungen selbst Mystik sind, also keinerlei Wissenschaftlichkeit – Allgemeingültigkeit und Nachprüfbarkeit – beanspruchen können“. Es geht ihm ja hier um das „Zentrale“, das Erlebnis und die Erkenntnis des Christus. Die Darstellungen Rudolf Steiners über den Christus muss Valentin Tomberg aus seiner neu gewonnenen Sichtweise als „geistiges Wissen“, jedoch nicht als „Geisteswissenschaft“ bezeichnen. Ist er nicht ungeheuer präzise und deutet – unter Verlust der allgemeinen guten Meinung von ihm - darauf hin, dass das Erlebnis des Christus im Menschen nur jeder für sich als mystische Erfahrung machen kann – so wie jeder auch aus innerstem Erleben heraus nur „Ich“ zu sich sagen kann? Ist seine Absage an die Geistes-Wissenschaft, nicht ausschliesslich an die wissenschaftliche Seite gerichtet und hält doch innig fest am “Wissen vom Geiste“?

Er hat sich also ganz abgekehrt von dem „Studium“ und der Wissenschaftlichkeit; stattdessen sich ganz hingewendet dem „Gebet und der Kontemplation“.

 

Bis 23. Oktober 1938 wurden die ursprünglich wohl auch auf 12 Betrachtungen angelegten Betrachtungen zur Apokalypse niedergeschrieben. Bei dem III. Kapitel auf Seite 299 über „ Das Sendschreiben an den Engel der Gemeinde zu Philadelphia“ legt er unsere künftige sechste Kulturepoche in klaren Worten dar. „Da wird die Christuswesenheit namentlich als die Kraft erlebt werden, welche das Wahre und das Moralische (der „Heilige“ und der „Wahrhaftige“) als Einheit zu erleben und wirken lässt. / Was der Maitreya-Buddha der sechsten Kultur zu offenbaren hat, ist eben das neue Verhältnis von „Wahr“ und „Heilig“, d.h. von Logik und Moralität, welche in der Wesenheit des Christus identisch sind. Das Entstehen der „moralischen Logik“ beruht auf dem Erleben des Christus-Impulses von demjenigen Aspekt aus, in welchem er (der Christus) in dem einleitendem Satz des Sendschreibens an den Engel der Gemeinde zu Philadelphia gezeigt wird, d.h. als derjenige, der Erkenntnis und Moralität als Einheit hat und wirkt Und diese Einheit ist dasjenige, was die „Tür öffnet“, d.h. den Verkehr mit der geistigen Welt, als gegebene karmische Fähigkeit, ermöglicht.“

 

Ist Valentin Tomberg nicht moralisch wahr erkennend wie es sein muss in der kommenden Zeit, der sechsten Kulturepoche, und dann konsequent handelnd – obwohl er dabei viele seiner früheren Anhänger verliert, indem er Abstand nimmt von der wissenschaftlichen Seite und ganz auf das „Wissen vom Geiste“ und ganz auf die „Erfahrung im eigenen Innern“ weitergeht?

 Geht nicht unser aller Weg in Zukunft auch dahin? Wenn das Geistige als Erfahrung in einem lebt, dann braucht man nicht mehr die Eselsbrücke der Wissenschaftlichkeit, um das „Zentrale“ anzubeten, zu kontemplieren und zu erfahren. Heute wird  ein verständnisvolles Herz für den anderen – für Valentin Tomberg - gebraucht, um ihn zu verstehen, dass er bereits sich vorbereitet hat für die kommende Inkarnation. Hier liegt - meines Erachtens - das Verständnis für seine Worte, dass die Distanz zu dem „Valentin Tomberg von den dreissiger Jahren“, „welche heute mich von ihm trennt, ist so gross wie diejenige, die zwei Inkarnationen trennt.“ Ja er geht so weit zu sagen, dass er schreibt „eigentlich sollte ich jetzt einen anderen Namen tragen;“.

Er lebt bereits seine kommende Inkarnation im Stillen und von vielen Anthroposophen völlig verkannt vor.

 

Möge diese Betrachtung als Herzensimpuls verstanden werden.

 

  1. Juli 2010, in Owingen.

Gudrun.gundersen@gmx.net

 

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 Kurzreferat  des Vortrages von Judith von Halle, gehalten am 21.10.2009 in Mannheim

 

Von der Anthroposophischen Gesellschaft in Mannheim und der Freien Hochschule für Lehrerausbildung war Judith von Halle gebeten worden, einen Vortrag zu halten mit dem Titel: „Die geistige Führung der Gegenwart“.

 

 Judith von Halle eröffnete den Vortrag hinweisend auf die sehr schwierige Aufgabenstellung, die einem „ geistigen Spagat“ gleich käme, diesen Vortragstitel gleichzeitig für Studenten der pädagogischen Hochschule und vor alt erfahrenen Anthroposophen zu halten.

 

„Braucht mein Geist eine Führung?“, so fragte Judith von Halle die Zuhörer. In einfachen Worten und dadurch sehr eindeutig stellte Judith von Halle sich als „Nachgeborene des 3. Reiches“ dar und grenzte den damaligen „Führer Adolf Hitler“ deutlich ab, der als Diener des „Antigeistes“  charakterisiert wurde, welcher die Weltherrschaft erstrebte - ein System, das einem seine Führung überstülpen will. - Ihm gegenüber stellte sie den wahren Zeitgeist Michael, der die Freiheit des Einzelnen absolut respektiert und nicht ungefragt einwirkt.  Ein Zitat - aus dem Brief der Hitlerregierung an die damalige Anthroposophische Gesellschaft in Stuttgart bezüglich der Schließung der Zweige und der Waldorfschulen - gab als Schliessungsargument an, dass diese Schule die Menschen zu individuell bilde, statt sie , wie die  damalige nationale allgemeine Schule, zu (gefügigen ) Mitgliedern des damaligen Staates zu machen - unter Ausschließung eben gerade der Individualität, die das kostbare und zeitgemässe Gut der Menschheit darstellt. -

 

Weiter stellte Judith von Halle gegenüber  - einerseits die nationalistische Blutsidee vom reinen Arier, die nur dem völkischen Eigenzweck diente und eine unzeitgemäßen Bindung der Menschen an das Blut bewirke, - andererseits sei die blutsmäßige Reinhaltung der vorchristlichen Juden eine  menschheitlich notwendige Vorbereitung gewesen, um in der Zeitenwende eine damals höchste Reinheit und Entwickeltheit des physischen Leibes zu schaffen als Hülle für den einzigen Gott, der sich jemals inkarniert hat, für den Jesus Christus. Das unzeitgemäße  Blutsthema in der Hitlerzeit bewirkte eine Betäubung des Geistes im Einzelnen durch Aufpeitschung astraler Triebe. Eine Umkehrung der ehemals richtigen blutsmässigen Reinhaltung der Juden, wurde nun als Verfolgungswahn gegenüber den Juden eingesetzt, - eine übliche Arbeitsweise der Gegenmächte.

 

Statt das spezifisch Menschliche zu fördern gebrauchen die Gegenmächte  z.B. den Darvinismus, um die Bindung an den Leib und seine vermeintliche Abstammung vom Tiere zu fördern, die sich im heutigen Angriff auf den Menschen zeigt, der unbedingt von Machthabern geimpft werden soll gegen „Vogel“-Grippe , „Schweine“-Grippe und sich mit der „Affen“ Krankheit HIV infiziert hätte. Je stärker diese materialistischen Ideen über den Menschen in den Seelen Fuss fassen, umso anfälliger werden diese Menschen gegenüber den Infektionskrankheiten, wie ein Zitat Rudolf Steiners auch bekräftigte. Sein Hinweis war, dass man sich selber mit der eigenen Moral in der Gegenwart, die Gesundheit der Zukunft schaffen werde.

 

Der Antigeist, der auch als „Gott Mammon“ (Gott der Herrschaft des Geldes) benannt wird, der sich aufdrängt und Menschen in Unfreiheiten und Abhängigkeit zwingt, zeigt sich heute sehr stark durch die weltweite Finanzkrise.. Er steht im Gegensatz zu Christus, der die Willenskräfte der Menschen frei lässt und sich nicht aufdrängt, der in der Stille innerlich und innig zum Herzen spricht. Um Christi Wirken zu illustrieren zeigte Judith von Halle einen Druck eines Bildes des „Auferstandenen, der an eine Türe klopft“ aus Oxford, das Rudolf Steiner bei seinem Besuch dort lange angeschaut hatte und der eine Teilnehmerin gefragt hatte, ob sie die Maria Magdalena auf dem Bilde erkennen könne. - Maria Magdalena sei die Türe, die keinen Griff von außen habe sondern nur von Innen aus freiem Willen geöffnet werden könne. Sie hört Ihn in der ersten Frühe – wie Er sie bei ihrem Namen ruft – und öffnet ihre Seelentüre, ist ganz hingegeben dem Meister und erschaut so als erste den Auferstandenen. Sie lässt Ihn in sich ein und realisiert: „Nicht ich, sondern der Christus in Mir“, so wie Er heute auch erfahren werden kann.

 

Über das Erste Goetheanum und den Menschheitsrepräsentant sprach Judith von Halle eindringlich. Immer neue Aspekte bringt sie gerade über diese Werke Rudolf Steiners, die man unbedingt in ihren Büchern nachlesen sollte. Sie fügte Bemerkungen an über die beginnende Erlösung der beiden dargestellten Gegenmächte angezeigt dadurch, dass Luzifer im Fall aus seiner Überhöhung sich am Felsen hält mit seiner Hand, sich anfängt mit der Welt auseinander zu setzen; und Ahriman in seiner Höhle, gefangen durch die Goldadern, anfängt am oberen Boden zu kratzen, um sich einen Ausgang zu schaffen.

 

Auf die „Rosenkreuzerworte“ und ihren Zusammenhang mit den Wegen durch diesen Tempelbau des Ersten Goetheanums wies sie  ausführlich hin.

Und wie diese Worte auch im Gleichnis vom „Verlorene Sohn“ wieder zu finden seien. Viele Menschen würden sich heute so erleben wie der verlorene Sohn, sie verprassten alle Güter und kostbare Zeit und finden sich dann geistig hungrig im „Stall“ wieder, wo endlich dann die Erinnerung an die göttliche Heimat beim Vater  erwacht und sie zum Erlebnis des 1. Rosenkreuzerspruches kommen:“ aus dem Göttlichen sind wir geboren“. Die Erkenntnis der eigene Unvollkommenheit auf Erden, und das verzweifelte Suchen nach dem Sinn des Daseins können erwecken das 2. der Rosenkreuzerworte: “ in dem Christus wird Leben der Tod“. Und endlich das Sich Zusammen Nehmen, sich Sammeln zur Rückkehr , zum Aufnehmen der Verbindung mit dem Himmlischen Vater von dem sie mit einem himmlischen Freudenfest  empfangen werden – zu dem man nun mit eingesammelter Erdenerkenntnis kommt :“ in des Geistes Weltgedanken erwachet die Seele“, heisst es in Rudolf Steiners Übersetzung dieser Rosenkreuzerworte.

 

 Der Brand des Ersten Goetheanums vernichtete auf dem physischen Plan den Tempelbau, den Wegweiser, den Rudolf Steiner geschaffen hatte, damit die Betrachter leichter den Zugang zum ätherischen Christus finden könnten. Dieser Tempel wurde als Opfer der Geistigen Welt übergeben und bildete dadurch die Grundlage zur Gründung der ersten Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft. Die Geistige Welt antwortete mit dem „Grundsteins Mantram“, der  zum individuellen Grundstein des eigenen inneren Tempels werden kann bei denen, die ihn in rechter Weise aufnehmen. Ganz individuell ergreift das Menschenherz diesen Impuls, ganz persönlich kann die Begegnung der Menschenseele mit dem wiedergekommenen Christus heute sein, der sich all denen in Seiner neuen Form zeigt, die Ihn suchen. Durch „Christus in mir“ führe ich mich selbst und finde Ihn in dem anderen Menschen durch den höchsten Sinn, den wir ausbilden können, den Ich-Sinn. Hier bekam die zu Anfang gestellte Frage ihre Antwort.

 

Es war ein inniges Weben zwischen von Judith von Halle und den Anwesenden. Sie hatte die rechten Worte zu den Herzen von Jung und Alt gefunden und ausgesprochen. Innerlich ganz taufrisch und neu erblühte das Wesen der Anthroposophie durch sie - genauso, wie sie selber mit rosigen Wangen am Ende vorne stand und sich auf ihre Art durch nicht physische  sondern geistige Nahrung erneuert und ernährt hatte.

 

Liebe Freunde, da ich von mehreren gebeten wurde, von dem Vortrag von Judith von Halle zu berichten, ist diese Skizze in eigenen Worten entstanden. Sie kann in keiner Weise alle Punkte berühren und auch nicht den Wortlaut wiedergeben, wie es in Mannheim zu hören war. Eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit wünsche ich Euch allen.

                                Owingen, 6.12.2009,    Gudrun D. Gundersen

 

 

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Ist Judith von Halle eine Geistesforscherin?

 

Unter den Anthroposophen ist Judith von Halle bekannt als noch junge (34) stigmatisierte Frau aus Berlin. Als solche könnte man sie „Mystikerin“ nennen und meint, man müsste sich als Anthroposoph nicht weiter damit beschäftigen. Da sie aber geisteswissenschaftliche Vorträge hält und ständig neue Bücher mit neuen geisteswissenschaftlichen Ergebnissen über das Leben Christi herausgibt, ist es berechtigt die Frage zu stellen, ob Judith von Halle eine Geistesforscherin ist – oder nicht – auch wenn sie die Wundmale Christi trägt!

 

Zum einen kann man zu einem Vortrag von ihr gehen, was aber gar nicht so einfach ist, denn nur an wenigen Orten ist sie bisher zu hören, da noch Uneinigkeit unter den Anthroposophen herrscht, ob sie nun Geistesforscherin sei oder nicht. Um das entscheiden zu können, kann man in Ruhe ihre Schriften studieren. Zum anderen erlebt der neue , durch die Stigmatisation verwandelte physische Leib wie anstrengend viele Reisen sind. Diesen Phantomleib hat sie bereits so weit ausgebildet, dass sie sich aus dem Geiste ernährt, d.h. in physischer Nahrungslosigkeit lebt und nur etwas Wasser, welches dem ätherische Element hier auf Erden entspricht, pro Tag zu sich nehmen kann.

Die Frage, ob sie eine Geistesforscherin ist oder nicht, wird im Folgenden so bearbeitet werden, dass ihre schriftliche Darstellung unter diesem sehr speziellen Aspekt angeschaut wird und nicht auf den Inhalt eingegangen wird, der eigentlich aber das Wichtigste ist.

 

 Im „Geleitwort“ in Band II der Beiträge zum Verständnis des Christus-Ereignisses schreibt Judith von Halle aufklärend auf Seite 10: „Die vorliegenden Ausführungen sind aus einem eigenständigen geistigen Erleben hervorgegangen und enthalten daher keine Hypothesen oder Spekulationen...“ ...“Allerdings entstammt nicht jede Schilderung der selben Erkenntnisquelle. Denn das geistige Erleben bezieht sich einerseits (hervorgehoben vom Schreiber) auf ein unmittelbares, ja wie ein wie sinnliches Miterleben der historischen Ereignisse der Zeitenwende.“ Was ausgelöst wurde durch die Stigmatisation zu Ostern 2004 und das sie darstellt als eine Art „Zeitreise“, die sie jeden Freitag in das Golgathageschehen versetzt. Bei dieser Zeitreise handelt es sich “dabei also nicht um sogenannte Visionen oder reine Schauungen, auch nicht um Imaginationen, sondern um das Durchleben des tatsächlich auf der Erde Geschehenen . ... So kann beispielsweise auch die Sprache gehört, der Boden unter den Füssen, Kälte oder Wärme gefühlt werden.“ – Hier also bringt Judith von Halle als eine Seite der Darstellungen ganz genaue Schilderungen dessen, was auf Golgatha geschah und was sich für sie jeden Freitag seither im unmittelbaren Erleben wiederholt und sich so tief in ihre Wesenheit eingeschrieben hat, dass sie die Zeichen Christi am Leibe trägt.

„Die andere ( hervorgehoben durch den Schreiber) Quelle für die Inhalte der Darstellungen ist eine gänzlich andere, jedoch nicht weniger authentische. Es wird den Ausführungen leicht zu entnehmen sein, an welchen Stellen die Schilderungen der historischen Vorgänge zu einer geisteswissenschaftlichen Betrachtungsweise hin übergeht. .... es handelt sich dabei um eine möglichst genaue „Übersetzung“ desjenigen, was als Tatsache in der geistigen Welt vorhanden und wahrnehmbar ist. Der geistige Mensch kann Intuitionen von diesen kosmischen Tatsachen haben, wenn sich sein Ich jenseits der Schwelle gänzlich aus dem Astralischen herauslöst, so dass er – dass heißt sein Ich – in die Objektivität hineinkommt....und diese nun auch in eine wirkliche Erkenntnis zu verwandeln, die ebenso wahrheitsgemäß ist, wie die reine Wahrnehmung zunächst als gegeben vorhanden ist. Immer wieder ist zu überprüfen, ob die geistige Wahrnehmung auch tatsächlich demjenigen Begriff entspricht, dem man sie zuordnet. Erst wenn alle Ergebnisse dieser Prüfung standhalten, darf sich der Schüler der Geisteswissenschaft berechtigt fühlen, diese seine Ergebnisse als Geisterkenntnis weiterzugeben.“ Und diese Seite ihrer Geistesforschung hat seit der Stigmatisation „höchstens eine Verstärkung erfahren.“

Sie weist weiter darauf hin, dass diese geistige Fähigkeit in dieses Leben mitgebracht wurde, als Frucht von früheren Leben und die „Kontinuität des Bewusstseins vor dem Stigmatisations-Ereignis vorhanden „ war.

Die dritte Quelle ihrer Ausführungen ist die Anthroposophie, die neben dem persönlichen und überpersönlichem Wirken der Individualität Rudolf Steiners auch wiederum als Quelle das Golgathaerlebnis habe. „Dieser Quell der Offenbarung der Menschheitsmysterien ist die Inkarnation Gottes auf Erden.“( So im Vorwort des gleichen Buches.)

 

Judith von Halle stellt als Voraussetzung, dass man die christo-sophischen Ausführungen Rudolf Steiners kennt, weist aber ausdrücklich auf ihn hin, wenn sie seine Forschungen z.B. als Grundlage zu einer gedanklichen Weiterführung verwendet. Sie gebraucht diese anthroposophischen Inhalte dergestalt souverän, dass man den Eindruck gewinnt, dass sie all dieses bereits früher einmal verinnerlicht habe. Ihre schriftlichen Darstellungen wollen Wort für Wort sehr genau aufgenommen werden, denn ein jedes bildet die Grundlage für das Weitere. Die Gedankenführung ist sehr dicht und nahtlos. Ein mehrmaliges Lesen eröffnet immer neue Tiefen des Dargestellten. Wir können nur dankbar sein, dass sie sich die Mühe gibt, alles in die überprüfte schriftliche Form zu binden, damit die Eindeutigkeit und Klarheit gewährleistet ist.

 

Im Kapitel „Der okkulte Hintergrund der drei Beben“ des oben genannten Buches wird diese neue Wahrnehmung geschildert, dass es drei Erdbeben um Karfreitag, Karsamstag und Ostermorgen gab, die von ihr selbst erlebt sind durch ihre allwöchentliche Zeitreise und somit authentisch bestätigt sind– hier also die erste Art der geistigen Wahrnehmung stattgefunden hat. Als weitere Voraussetzung nannte sie Rudolf Steiner und dessen Darstellung über die Verbindung, die der Christusgeist mit der Erde, als seinen neuen Leib, eingeht. Hier wird also die dritte Quelle benutzt. Dann fährt sie fort, jetzt aus der eigenen Geistesforschung berichtend. Es ergibt sich ihr Folgendes , als Ergebnis der zweiten Art der Wahrnehmung (Seite 35), was bei den Beben stattfindet: Eine „Unterbrechung des irdischen Zeitkontinuums geschieht in Hinsicht auf einen besonderen okkulten Vorgang, auf den wir nun schauen wollen.

            Im Todesmoment Jesu hatte sich der Geist Christi mit der Erde verbunden. Es setzte fortan jener Vorgang ein, der als Abstieg in die Erdenabgründe oder Höllenfahrt bezeichnet wird. Dort befreit der Christus-Geist diejenigen Seelen aus der Macht der ahrimanischen Verhärtung, die bereits vor  dem Christus-Ereignis in den Tod gegangen waren. Diese Seelen erlebten durch ihre Befreiung zum ersten Mal die Ausdehnung ihres Ich jenseits der Schwelle und kamen zum ersten Mal seit Anbeginn der Erdenwelt zum Schauen karmischer Zusammenhänge. Sie konnten erstmalig selbstständig ihr Schicksal jenseits der Schwelle bearbeiten.

            Mit ihrer Ausdehnung stiegen sie Stufe um Stufe, Erdschicht um Erdschicht aus der Unterwelt allmählich hinauf, weiteten sich in die kosmischen Planetensphären aus. Auf ihrem Weg dorthin durchzogen sie aber auch diejenigen Bereiche an der Erdenoberfläche, an denen sich die Geißelung, der Kreuzweg und die Kreuzigung vollzogen hatten. Indem das Wesen jedes Verstorbenen diese blutdurchtränkten Orte der Qualen bei seiner Ausweitung durchdrang, kam es zu einem unmittelbaren Erleben des Leidens und damit des Opfers Christi, auch wenn es zum Zeitpunkt des Geschehens nicht verkörpert war. Dieses Durchziehen der Passionsorte Christi von den aus der Unterwelt aufsteigenden Seelen ereignete sich im Augenblick des zweiten Erdbebens.

            Mit jenem zweiten Erdbeben, dem Ruck, bei dem sich die Erde öffnete und der Leichnam in sie niedersank, geschah jedoch noch etwas, das man ebenso wenig wie die eben geschilderten Vorgänge im sinnlich wahrnehmbaren historischen Hergang finden kann, sondern das ausschließlich für das innere Auge sichtbar, aber ebenso historischer Bestandteil – okkulter historischer Bestandteil – des Geschehens ist: Den durch Christi Geist befreiten Seelen, die sich nun durch die heiligen Stellen der Erdoberfläche hindurch ausweiteten, kamen geistige Hierarchien entgegen. Sie stiegen zu diesen Orten nieder zur Erde. Dieses gleichzeitige Hinauf – und Hinabsteigen geistiger Wesen muss im selben Zusammenhang mit dem „unzeitlichen“ Öffnen und Schließen des Felsens verstanden werden. ... Alles geschah in einem zeitlosen Moment; einer Zeitenlosigkeit umschlossen von Zeit.

Was taten nun diese Hierarchien? Diese geistigen Wesen – ich möchte sie benennen als die Diener, die Gefolgschaft der Exusiai, der Elohim – sammelten in einem heiligen Akt all die verloren gegangenen Substanzen des Leibes Jesu auf, die durch die Folterungen und Stürze, durch all die gravierenden Verletzungen an den Stationen seines Leidensweges zurückgeblieben waren. Sie sammelten nicht das Physische auf, sondern das Ätherische dieser Absonderungen, was in den Hautfetzen, dem Blut, dem Schweiß lag und in allen physischen Substanzen, die zur Erde getropft waren und dem Leibe Jesu angehört hatten. ...“ 


Nun die geisteswissenschaftliche – gedankliche Erläuterung dazu: „ Die verlorenen Substanzen mussten dem restlichen Ätherleib Jesu wieder hinzugefügt und mit ihm zusammen dem Ätherleib der Erde eingegliedert werden, damit die Umwandlung der Erde sich ganz vollziehen konnte. Sie wurden zu ätherischen Keimkräften für den Erdenleib. Doch das ist nur die Aufgabe eines Teiles des Ätherleibes Jesu, denn es musste der Ätherleib Jesu auch noch seinen Anteil leisten an der Umwandlung der menschlichen Natur im Sinne des Auferstehungsleibes. .....“

In ihren Büchern schafft sie überall grundsätzliche Darstellungen, die Hinweise sein können für das immer variierter werdende Verständnis des Phantomleibes, den Auferstehungsleib Christi, in den für alle diejenigen, die den Christus in sich aufnehmen, einmal im Jupiterzustand der physische Leib verwandelt wird und der sich an Judith von Halle bereits sichtbar zeigt.

 

Indem man die drei Quellen ihrer Darstellungen sich bewusst macht, kann man Abschnitt für Abschnitt, Satz für Satz jedes Buch von Judith von Halle durchgehen und findet überall exakt gestaltete geisteswissenschaftliche Angaben. Sie beschreibt klar und unmissverständlich was durch welches Mittel wahrgenommen und wie es zu sehen ist im Verhältnis zum Ganzen der Untersuchung und welche gedanklichen Konklusionen daraus zu ziehen sind. Das sind nicht Worte einer Mystikerin, sondern die bewusst gestaltenden Geisteskräfte einer Geistesforscherin.

 

Sollten wir uns nicht bemühen die rechten Fragen an Judith von Halle zu stellen, statt Verleumdungen und Schwierigkeiten auszubreiten? Z.B. All die Fragen zu den Erdschichten, den Wesenhaftigkeiten dort deren Überwindung und Befreiung sollten gründlich bearbeitet werden und Vieles mehr. Wie können wir Menschen uns heute gegenüber den Versuchermächten stärken, um ihnen gegenüber standhalten zu können? Sie kann augenscheinlich dort weiter machen, wo Rudolf Steiner damals verhindert wurde fortzusetzen.

 

Haben wir Anthroposophen nicht auf solch eine Individualität gewartet? Ihr wird nicht von Menschen die Bestätigung gegeben, dass es an der Zeit sei, sondern von der Geistigen Welt selber, indem sie die Stigmata als Gnadengeschenk zuerteilt bekommt und das Schicksal einer Geisteskämpferin mit jedem Vortrag mutig durchführt. Bis zu dem Zeitpunkt vor der Stigmatisation hat sie ihre geistigen Möglichkeiten zurückgehalten, und nur wenige Vorträge gehalten, jedoch nun war es eine Notwendigkeit entweder eine öffentliche Stellungsnahme zur eigenen neuen Situation zu nehmen, oder sich zurückzuziehen. Unendlich dankbar kann man nur sein, dass sie den Weg gewählt hat in aller Öffentlichkeit mit ihrer besonderen Begabung zu wirken und wir nun ein weiteres und für unsere Zeit geformtes Evangelium hören können und geschrieben bekommen.

 

Gudrun Deterding Gundersen (57), Eurythmistin und Mutter, Dez.2006,

gudrun.gundersen(at)gmx.net ;

Bjerkerudveien 63, N-1450-Nesoddtangen,

Norwegen, tel/fax: 004766912759

 

Alle Zitate sind aus dem Buche von Judith von Halle: „Von den Geheimnissen des Kreuzweges und des Gralsblutes“, Verlag am Goetheanum 2006.

 

Falls man diese anthroposophische Arbeit um Judith von Halle auch finanziell unterstützen will, so ist das möglich über den „Verein zur Förderung der anthroposophischen Arbeit Berlin e.V“., c/o Edda Lochner, Schlossstrasse 49, D-14059-Berlin, Bank für Sozialwirtschaft, Konto-Nr: 3114500, BLZ 100 205 00, aus dem Ausland: IBAN: DE02100205000003114500; BIC: BFSWDE33BER 

 

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Information  

über das Leben von Judith von Halle

für diejenigen, die eine Einleitung vor ihren Vorträgen halten wollen

 

Judith von Halle wurde 1972 in Berlin geboren, als einziges Kind ihrer jüdischen Eltern. Hebräisch lernte sie schreiben und lesen als sie vorbereitet wurde zur Bath-Midsvar, der jüdischen Konfirmation. Es war ihr die geistige Welt von Anfang an wohl vertraut; diese war in ihr so stark gegenwärtig, dass sie wie in zwei Welten lebte: in der eigentlichen geistigen Heimat und die hiesige Welt, die sie die „Theaterbühne des Lebens“ auch heute noch nennt. Sie dachte als Kind, dass alle Menschen die gleichen geistigen Erlebnissen hätten wie sie selber, doch musste sie lernen, dass dem nicht so sei und bewahrte daher alles Diesbezügliche im Herzen.

Von der Grundschule ging es zum katholischen Gymnasium in Berlin, weiter nach Texas und wieder zurück an die damals neue Berliner J.F.Kennedy Schule, in der sie das Abitur ablegte. Hier lernte sie vor allem das zu der Zeit noch unbekanntere Teamwork kennen.

Das Interesse für Architektur hat sie vom Vater geerbt, weshalb sie ihr Architekturstudium an der Berliner Hochschule der Künste begann. Bald jedoch wechselte sie an die Technische Hochschule über, an welcher Prof. Carl-August von Halle dozierte, dem sie mit besonderer Aufmerksamkeit folgte. Als sie nach einiger Zeit Mitarbeiterin in seinem Architektenbüro wurde, erwies sich dies als schicksals- formendes Geschehen, da er langjähriger Anthroposoph ist und ihr im 25. Lebensjahr das Buch „Theosophie“ von Rudolf Steiners zu lesen gab. Bereits am nächsten Tag fragte sie nach mehr Literatur, denn sie hatte mit ihrer besonderen Geistesgegenwart bereits den ganzen Inhalt in sich aufgenommen. Für sie war dieses Buch das große, erlösende Erlebnis ihres Lebens, denn hier fand sie endlich eine Darstellung in klaren Begriffen von der seit der Kindheit in ihr ständig lebenden geistigen Welt. Sie war überglücklich, endlich Rudolf Steiner, seine Geisteswissenschaft und die Anthroposophie gefunden zu haben. Richtungsweisend für jeden kommenden Tag war diese Stunde des Bekannt- Werdens mit seinem umfassenden Geisteswerke. Von nun an studierte sie dieses und lernte ihre Geisterlebnisse zu benennen, einzuordnen und sie an dem Meister zu prüfen und sich selber auf diese Weise weiter zu entwickeln. 1998 schloss sie das Architekturstudium mit dem Dipl. Ing. ab und arbeitete als Architektin. Später wurde sie Mitarbeiterin des Sekretariates des Rudolf Steiner Hauses in Berlin, wo sie ab 2001 auch Vorträge hielt. 2002 war die Heirat mit Professor Carl-August von Halle.

 

In der Karwoche 2004 setzte eine Umwandlung des physischen Leibes von Judith von Halle ein, die bis heute angehalten hat. Schon drei Wochen vorher hatten Blutergüsse sich an den Handflächen, erst innen, dann außen gezeigt, als sie dann auch an den Füssen und an der Seite auftraten, wusste sie, was das bedeutete und was auf sie wartete. Karfreitag 2004 brachen die Wundmale Christi in ihrem Leib auf und es war das erste Mal, dass sie das gleichzeitig stattfindende Erlebnis der „Zeitreise“ hatte. Seither erlebt sie jeden Freitag mit unverminderter Kraft und immer wieder neu diese Leidenserlebnisse um Christus-Jesus und das Golgathageschehen. In dem Geleitwort von Judith von Halle zu ihren Büchern beschreibt sie die „Zeitreise“ zum Golgathageschehen folgender Massen: “Es handelt sich dabei also nicht um sogenannte Visionen oder reine Schauungen, auch nicht um Imaginationen, sondern um das Durchleben des tatsächlich auf der Erde Geschehenen . ... So kann beispielsweise auch die Sprache gehört, der Boden unter den Füssen, Kälte oder Wärme gefühlt werden.“ – Und jeden Sonntag in der Frühe darf sie teilnehmen an Seiner Auferstehung, welche sie mit solcher Kraft erfüllt, so dass sie bereits seit Ostern 2004 ausschließlich von dieser Auferstehungskraft lebt und entsprechend alle irdisch feste Speise von ihrem Leib als Gift erlebt wird. Einzig Wasser, dem Element, das auf der Erde dem Ätherischen entspricht, kann sie in kleinen Mengen zu sich nehmen. Sie wird ernährt rein aus der Wirksamkeit des Geistes.

 

Da Judith von Halle noch erst 34 Jahre alt ist, stellen sich viele Anthroposophen die Frage, wie sie denn ihre Fähigkeiten in diesem Leben aus dem Ich erarbeitet habe. Wir haben es hier offenbar mit einer besonderen Situation innerhalb der Menschheit zu tun. Judith von Halle brachte in diese Inkarnation bereits viele Fähigkeiten aus vergangenen Leben mit, das ja seit Christi Wirken auf Erden möglich geworden ist und welches Rudolf Steiner oftmals beschrieben hat. Bezüglich der Seite ihrer Arbeit als Geistesforscherin schreibt sie:„ Es ist eine schwierige und daher höchst verantwortungsvolle Aufgabe für den Menschen, diese objektive Tatsachen, welche sein Ich jenseits der Schwelle hat aufnehmen können, nun auch in eine wirkliche Erkenntnis zu verwandeln, die ebenso wahrheitsgemäß ist, wie die reine Wahrnehmung zunächst als gegeben vorhanden ist. Immer wieder ist zu überprüfen, ob die geistige Wahrnehmung auch tatsächlich demjenigen Begriff entspricht, dem man sie zuordnet. Erst wenn alle Ergebnisse dieser Prüfung standhalten, darf sich der Schüler der Geisteswissenschaft berechtigt fühlen, diese seine Ergebnisse als Geisterkenntnis weiterzugeben.“ Und diese Seite ihrer Geistesforschung „hat seitdem höchstens eine Verstärkung erfahren.“

Ihr heutiger Leib, der die Zeichen der Stigmatisation trägt und nur von Wasser und Geist ernährt wird, bildet den Keim zu dem, was „Auferstehungsleib“ , auch Phantomleib genannt wird, wie es von Rudolf Steiner dargestellt wird in GA 131 „Von Jesus zu Christus“. Zwei ausführlichere Vorträge darüber findet man in dem ersten Buche von Judith von Halle „Und wäre Er nicht auferstanden ...“ in dem auch Peter Tradowsky seine Erkenntnisse darüber beschreibt.

 

Man kann nur dankbar sein, dass Judith von Halle die Aufgabe angenommen hat ausführlich und mit heutigen Begriffen das Leben Christi und seiner Umgebung uns in Vorträgen und Büchern nahe zu bringen. Es ist für sie die wichtigste Aufgabe, für Sein Wirken Verständnis in den Menschenseelen zu schaffen. Gleichzeitig lebt sie uns heutigen materialistischen Menschen vor, dass der Geist eine so starke Realität ist und wir wirklich aus ihm geschaffen sind, so dass er uns ernähren kann. Die neuen Erkenntnisse, die ihr täglich zugänglich sind zeugen von ihrer ganz zeitgemäßen bewussten Geistessituation. Unser Anteil an diesem Geschehen kann sein, es als eine Erkenntnisaufgabe als Anthroposoph zu bearbeiten, dass wir nicht nur gedanklich die Anthroposophie aufnehmen mögen, sondern durch dieses konkret vorgelebte Beispiel die starke Wirksamkeit des Geistes erkennen und als Wahrheit in dem Gemüte annehmen können, um zu der Kraft des Ernst -Nehmens und bis hin zum Durchführen vorzustoßen.

In ihren Darstellungen legt Judith von Halle ein neues Evangelium für das Bewusstseinsseelenzeitalter dar. Sie kann Einzelheiten aus dem Leben Christi und seiner Jünger schildern, die ihr diese zusammenschauende Möglichkeit von Geistesforschung und konkretem Erleben durch die Zeitreisen geben. Auch kann sie das Leben und Wirken dieser Individualitäten um Christus durch folgende Inkarnationen darstellen. All dieses ist für uns sichtbar mit Leidenserlebnissen von ihrer Seite verbunden und bezeugt auch so die Wahrheit. Da sich die Tiefe der Ereignisse um das Christusgeschehen dem Zuhörer oder Leser nur erst langsam erschließen kann, ist ein mehrmaliges Lesen der von ihr geschriebenen Texte empfehlenswert.

 

Wichtige Hinweise:

Die Zuhörer der Vorträge möchte man aufmerksam machen, dass Fragen nach dem Vortrag in einem gewissen Umfange möglich sind zu stellen. Man möge jedoch hinterher verständnisvoll Rücksicht nehmen, keine langen Gespräche noch führen zu wollen, denn das ermatte sie allzu sehr.

Gleichzeitig ist auch darauf aufmerksam zu machen, dass die Zuschriften sich auch täglich so sehr vermehren, dass sie um Verständnis bittet, dass nicht alle eine Antwort bekommen können.

 

Nesodden in Norwegen, Advent 2006;

Gudrun Deterding Gundersen, Eurythmistin und Mutter.

 

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Was tun die Hände und Füsse des Neuen Menschen?

 

Seit dem August 2005 liegt ein Buch vor, in dem wichtigste Einzelheiten für uns von der Geistesforscherin Judith von Halle vorliegen. Ihre sehr speziellen neuen Lebensumstände, die in ihrem 33. Jahre mit ihrer Stigmatisation in der Passionszeit 2004 und einem gleichzeitig plötzlich auftretenden Leben in Nahrungslosigkeit einsetzten und sich fortgesetzt haben, liessen in Ihr zusätzlich zu der vorher schon entwickelten Geistesschau, das genaue Miterleben von Christi Leidensweg und Auferstehung entstehen, welches sich an zeitlichem Umfange in ständiger Entwickelung befindet. Sie knüpft an Rudolf Steiners Geistesforschung an, ergänzt und vertieft sie an vielen Stellen durch die genauen Schauungen des Mysteriums von Golgatha, dem genauen Hören der damals gesprochenen Worte und dem vollen Verständnis des zur Zeitenwende üblichen jüdisch-priesterlichen Einweihungswissens. In Ihrem Buch „Und wäre Er nicht auferstanden ...“, Goetheanum Verlag , 2005, legt sie in Zusammenarbeit mit Peter Tradowsky zum einen geisteswissenschaftliche Erläuterungen dar, was die Nahrungslosigkeit und das Stigmata bewirke und in den folgenden Jahresfest -Vorträgen kommen Einzelheiten hervor, die jeden aufhorchen lassen. Die Suveränität mit sie das „Vaterunser“ vertieft durch den unmittelbaren Zugang zur Kabbala findet man im Büchlein „Das Vaterunser“, 2006 im gleichen Verlag heraus gekommen.

 

Der Weg zum Phantomleib – der durch Christus verwandelte physische Leib, sonst als unser zukünftiger neuer Tempel bekannt, wird beschrieben, sowie die dadurch auftretenden Veränderungen an unseren Händen und Füssen werden unter vielem anderen dargestellt.

 

Judith von Halle schreibt auf Seite 163-164 im Buche „Und wäre Er nicht auferstanden...“:

„Vom Tage der Auferstehung (Christi) an können aus den Stellen der Wundmale besondere Wirkungen beim Menschen ausgehen – bei jedem Menschen, auch bei demjenigen, der diese Wundmale nicht sinnlich offenbar trägt -, denn soweit wir uns „„ ins rechte Verhältnis zum Christus setzen““, ziehen wir den „„neuen Adam““ (I. Kor. 45-49; Röm. 5, 14) an, der diese Male trägt (im Sinne von „anziehen“ wie ein Kleid und im Sinne von „anziehen“ wie ein Magnet). Wir verleiben uns diesen Christus-Keim ein, bringen ihn durch unsere geistig-seelische Hinwendung zu Ihm zur Blüte. Und je ähnlicher das neue Kleid, der neue Tempel des Menschen diesem Auferstehungsleib wird, desto stärker ist der Mensch dabei, sich mit Christus zu verbinden. Er durchwirkt sich in seiner eigenen, individuellen Art mit dem Wesen dieses Phantoms, das sich damals aus dem Grab erhoben hat. Und durch diese Verbindung gewinnen auch die entsprechenden Stellen an Händen und Füssen ( auch die Seitenwunde) eine ganz wichtige Bedeutung bei jedem von uns, der sich in das besagte „„rechte Verhältnis zum Christus setzt““.

            Der Mensch kann durch die Auferstehung von diesen Stellen aus sein Ich durch den Ätherleib hinaus in die Welt senden. An keiner anderen Stelle des Körpers ragt der Ätherleib so stark in die Außenwelt hinein wie an den Händen. Wenn Sie noch einmal genauer das Altarbild Grünewalds betrachten (Auferstehung Christi), dann können Sie die feinen Strahlen erkennen, die aus den Wundmalen hervorgehen. Sie leuchten auf wie kleine Sonnen. Der Mensch – wir alle – haben an den Stellen, wo sich die Wundmale befinden, nicht so sehr ein zaghaftes Tastgefühl, sondern wenn man sich in Ruhe auf diese Wahrnehmung einstimmt, wird man feststellen, man sendet vielmehr ins Ätherische verwandelte Ich-Substanz aus; so, wie die Sonne ihre Strahlen aussendet. Der Mensch kann sich durch die Mahl-Stellen in den Handflächen und am Handrücken in seiner Umgebung durch ganz neue ätherische Sinnesorgane bewegen. Diese sind nicht zaghaft passiv ertastend, sondern sie sind kräftig wirkend, wenn man sie pflegt und gedeihen lässt, als aktiv nach außen strahlende, gebende, verdichtete Ich-Substanz. Das ist eine große Verwandlung im Sinne des Christus – Impulses, denn es ist eine durch den Willen bewirkte aktive Anteilnahme und Bearbeitung der Außenwelt.

            Die Male an den Füssen verbinden sich ( auf eine ganz andere Weise als die Hände) mit dem Erdboden, welchen sie „treten“, dem sie Achtung und Liebe entgegenwollen, was durch die Erkenntnis reift, dass der Mensch sein Bewusstsein und seine freie Entscheidung zum Christus der Tatsache verdankt, dass er aus dem Nährboden der Erde als inkarniertes Wesen hervorgegangen ist und dass er auch nur auf der physischen Erde, durch sein Karma hindurch, die Beziehung in seinem Ich zu dem Christus entwickeln kann.“

 

            Durch Judith von Halle bekommen wir geisteswissenschaftliche Bestätigungen dessen, was Rudolf Steiner zur Eurythmie gesagt hat und weitere Klarlegungen unseres Leibes-Instrumentes. Man kann jeden Abschnitt ihres Buches nehmen er ist so exakt und verdichtet formuliert, dass er zum Verinnerlichen geeignet ist und uns auf gerade die wesendlichen Punkte des Menschseins auf Erden im Verhältnis zum Christus hinweist . „Sich mit der Auferstehung im Sinne Christi zu befassen, macht uns mit dem Christus, den wir in uns tragen, vertraut. Das ist der direkteste Weg für ein nachtodliches Christus - Verständnis.“

 

             Noch immer bin ich stark beeindruckt von Ihrem Pfingst Vortrag über “Joseph von Arimathia und der Gral“. Ich war extra nach Berlin gefahren und durfte sie dort sehen, hören und kurz sprechen. Es waren viele offene Menschenherzen zugegen, die zutiefst berührt wurden als sie von dem Blute Christi erzählte, das die Erde Europas ganz besonders verwandelt hat, weil es von Joseph von Arimathia dorthin getragen wurde und an speziellen Punkten der Mutter Erde zugeführt wurde. Diese besondere Erdheilung Europas war sein Impuls um Christi Wirkung weiter zu verbreiten und wir können durch die Schilderungen von Judith von Halle uns mehr bewusst werden all der Geschehnisse damals, die Voraussetzungen bilden, dass wir in Europa eine so intensive Möglichkeit der Entwickelung der Ich-Kraft bekommen haben.

 

 Während des Vortrag von Judith von Halle war die junge und weibliche Art zu Anfang noch wie aufleuchtend anwesend, in dem sonst bereits ganz veränderten Gestus der Art und Weise, des über sie Gekommenen, dem sie sich mit Bewusstsein hingibt. Es ist das – für meine Wahrnehmung, eine ungemeine starke Art, die alles Persönliche ausgelöscht hat und nur das Individuelle mit der neu erwachten Geistigkeit hervor kommen lässt.

In ihrem Vortrag schildert sie zum einen eindeutig zusammenfassend die Ergebnisse von Rudolf Steiners Geisteswissenschaft und fügt dem klar und doch bescheiden die eigenen neuen Wahrnehmungen hinzu, die eben eine von Rudolf Steiner erwartete Weiterführung der Einsichten in das Geschehen auf Golgatha und mit dem Auferstandenen Christus und seinem Blute sind. Sie ist in ihren Darstellungen klar und bewusst und der Themenkreis erweitert sich beständig.

Unsere normalen Verstandesreaktionen sind ganz untauglich zum Erfassen des Eigentlichen, was sich da bereits vor unseren Augen darbietet. Judith von Halle ist ein lebender Beweis für das wirksam gewordene Verwandlungsprinzip, das der Christus auf Erden für uns Menschen an dem Leib des Jesus vollzogen hat und das Rudolf Steiner in der Geisteswissenschaft für unsere Zeit verständlich dargestellt hat. In dieser Frau wird konkret sichtbar das, was er erforscht hat über den Phantomleib und was unsere eigene ferne Zukunft auch werden kann. Hier mit dem Argument zu kommen, es sei das „nur etwas Altes“ aus vergangenen Leben und nicht eine Arbeit, die in diesem Leben erarbeitet sei, ist irreführend, denn das, was das Individuum sich bewusst geistig in einem Leben erarbeitet hat, wird als Früchte im kommenden Leben auftauchen - eben auch als das Zeichen erkennbar sein, dass der Christus hier bei Judith von Halle nicht nur teilweise sondern sich ganz in ihr lebt und sie verwandelt hat. Auf der anderen Seite haben wir es bei ihr mit einem Menschen zu tun, der grosse geistige Arbeit in früheren Leben auch schaffte und nun in diesem Leben sich wieder genauso intensiv geistig arbeitend verhält aber halt noch jünger ist. Wir sehen somit wirklich das Aufgehen eines leuchtenden Sternes hier unter uns , die wir noch den sterblichen Leib tragenden.

Die Möglichkeit im Herzen berührt zu werden ist durch ihre derzeitige Inkarnation uns nahe gerückt und bildet in uns die Herzensweisheit weiter aus. Versucht man nach zu erleben, wie ein Leben in Nahrungslosigkeit und mit den Stigmata sich anfühlt und wie das so intensive Miterleben des Christusweges auf einen wirkt, so kann man erahnen, welches Opfer es ist, sich in dieser Zeit und mit den ungläubigen anthroposophischen Thomassen auseinander setzen zu müssen. Wie sollte wohl sonst anders eine Sophia inspirierte verjüngte, erneuerte Weiterführung des Christentums stattfinden können, als dadurch, dass das, wasRudolf Steiner über dieses Geschehen von Golgatha geschaut und berichtet hat, nun von einer noch jungen Frau weiter geführt, geisteswissenschaftlich vertieft und vor dann vor allem voll realisiert wird?

 

Auf die Tragik, an wichtigen heutigen Inkarnationen vorbei zu gehen wird von Rudolf Steiner im Zyklus über das Matthäus Evangelium, GA 123, am Beispiel der bevorstehenden Wiederkunft des Jeshu ben Pandira, hingewiesen: “ der einst der Maitreya Buddha sein wird,(und wenn er) sich in unserer Zeit wieder inkarnieren würde, so würde er es als die wichtigste Aufgabe betrachten, hinzuweisen auf den ätherischen Christus, der in den ätherischen Wolken zu erscheinen hat, und er würde betonen, dass einmal  das Christus-Ereignis im physischen Leibe sich abgespielt hat. ...Es ist schon eine auf der Strasse liegende Wahrheit geworden, auf die sogar unsere Zeitungen immer wieder hinweisen, dass unser Geschlecht nicht die Gabe und die Kraft habe anzuerkennen, wenn irgendwie eine originale geistige Kraft sich zeigte. Das ist die eine Unart unseres Zeitalters. Es ist wahr, dass sich die grösste Wiederverkörperung in unserer Zeit abspielen könnte, und unser Zeitalter stumpf dafür sein könnte, sie vorübergehen lassen könnte, ohne sich darum zu kümmern!“(10. Vortrag)

Solch eine wichtige Inkarnation, die sich ganz in den Dienst des Christus stellt und uns so viele Einzelheiten aus dem Leben des Christus und seiner Jünger darstellen kann, sollte wirklich mit grösster Dankbarkeit entgegengenommen werden. Und zu einer der uns heute zufallenden Aufgaben gehört es, das Gnadenschicksal von Judith von Halle als ein grosses Geschenk zu verstehen und es in rechter Weise an- und aufzunehmen.

 Und eigentlich sollte eine bewusste und liebevolle Art der Zusammenarbeit unter den Geistes forschenden Anthroposophen stattfinden, so dass wirklich die Kraft des Christus sich weiter übertragen kann auf die Jünger – und deren Jünger, wie Rudolf Steiner es im 11. Vortrag formuliert:.... „ So spinnt sich dadurch, dass die Fäden der Einzelnen verwoben werden in das Karma der ganzen Gesellschaft, ein Netz. Und dieses Netz soll durch das, was der Christus herunter gebracht hat aus geistigen Höhen, in seiner Charakteristik ein Abbild sein der Ordnung am Himmel, das heißt, nach der Ordnung der geistigen Welt soll das Karma des Einzelnen mit dem Gesamtkarma verbunden sein... Es ist sozusagen die Stiftung der auf die Ich-Natur gebauten Menschheit der Zukunft. Das ist es, was in diesem vertraulichen Gespräch zwischen dem Christus und seinen nächsten Schülern sich abspielt, dass der Christus überträgt die Kraft, die er aus dem Makrokosmos herunter bringt, auf das, was die Jünger stiften sollen. Und von jetzt ab ist es im Matthäus-Evangelium Schritt für Schritt ein Hinaufführen der Jünger zu dem, was in sie einfließen kann von der Sonnenkraft und Kosmoskraft, welche die Christuswesenheit sammelt, um sie auf die Jünger zu übertragen.“

 

Aus früheren Leben, deren unermüdlichem Arbeiten und dem tiefsten Verbundensein mit Christus ist dieser Phantomleib der Judith von Halle erneut in diesem Leben eingetreten. Sein Wahrzeichen sind eben die Wundmale und die Nahrungslosigkeit. Das Anziehen dieses Kleides des Geistesmenschen kann geschehen ab dem 33 Jahre, als Zeichen dafür, dass man wirklich dem Christusrhythmus in allem folgt. All dieses ist bei Judith von Halle der Fall. Und dieses mal wählt sie einen der Öffentlichkeit zugänglichen Rahmen als Geistesforscherin innerhalb der Anthroposophischen Gesellschaft. Erkenntnis bemühen sollen wir an ihr schulen, jedoch nicht zum Richter werden, denn sie steht unter ganz anderen und höheren Gesetzen, als wir es uns vorstellen.

Sie setzt in Ihren Büchern voraus, dass der Leser das Werk Rudolf Steiners gut kennt und baut darauf weiter auf. Das weißt auf Aufgabenstellungen hin, die sie im Stande sein wird zu formen und einzusetzen und die den Anthroposophen helfen könnten, die selbstständig und beweglich denken können und die auch das Verinnerlichte in die Tat umsetzen wollen.

            Durch Judith von Halles Erscheinen sind wir Anthroposophen an einem Prüfungspunkt angekommen, wo ein jeder selbst herausfinden kann, wie intensiv und auf welcher Ebene man die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners aufgenommen und in welchen Herzensboden sein Geistessamen gesäht wurde.

 

            Die verschiedenen anthroposophischen Versuche, die Freie Hochschule für Geisteswissenschaft weiter auszuformen warten auf durchgreifende weiterführende Formen. Das Stadium der Selbstlosigkeit, in dem alles Persönliche ausgelöscht und nur das Individuell - Ewige wirksam ist, wird hierzu von Nöten sein, - was wir von Judith von Halle bereits vorgelebt bekommen. Das zeichnet sie uns vor allen anderen aus. Es gilt für uns andere als ersten Schritt tatsächlich Judith von Halle als das, was sie ist, so umfassend wie möglich zu erkennen - und Dem entsprechend zu handeln.

 

In Ihrem Buche „Und wäre ER nicht auferstanden...“ weist sie darauf hin, dass zukünftige Themenkreise, wie die Umarbeitung der Wesensglieder zur Verwirklichung des neuen Tempels nach Bearbeitung rufen. Lesen Sie selbst die Bücher und hören Sie sich selbst Judith von Halle an, dann werden Sie auf den rechten Gebrauch der Hände, die vom Ich getragenen Aufgaben ausführen können und auf die rechten Schritten der Füße in eine weitere Zukunft hinein, selbst kommen. Sie kann uns weiter helfen auf dem von uns als Anthroposophen angefangenen Weg zu gehen.

 

 

Norwegen, Nesodden , September 2006

Gudrun Elisabeth Deterding Gundersen

 

 

Gudrun Deterding Gundersen (1949) ist viermalige Mutter und Eurythmistin, die unter der Fahne der „Freistehende anthroposophische Initiative Christo-Sophie“ arbeitet, welche für das verinnerlichte anthroposophische Verständnis um den Christus eintritt.